Nach den heftigen Unwettern am Mittwoch ist die Nacht in Baden-Württemberg deutlich ruhiger verlaufen. Ganz ohne Folgen blieb das Wetter aber nicht: In mehreren Regionen stürzten weiterhin Bäume auf Straßen und sorgten vorübergehend für Sperrungen. Verletzte wurden dabei nach Angaben der Polizei nicht gemeldet.
Im Landkreis Heidenheim waren bereits am Mittwochnachmittag mehrere Bäume auf Straßen gestürzt. Die Feuerwehr räumte die betroffenen Bereiche. Auch im Raum Ravensburg und Konstanz blockierten umgefallene Bäume zeitweise Straßen.
Baum stürzt auf Wohnwagen am Bodensee
Auf einem Campingplatz in Kressbronn am Bodensee fiel in der Nacht ein Baum auf einen Wohnwagen. Verletzt wurde niemand. Bereits am Mittwoch war die Feuerwehr in der Bodenseeregion mehrfach wegen umgestürzter Bäume ausgerückt.
Allein in Friedrichshafen wurden fünf entsprechende Einsätze gemeldet. Weitere Einsätze gab es unter anderem in Wangen im Allgäu und Kressbronn. Größere Personenschäden blieben nach bisherigen Angaben aus.
Auf der A81 zwischen dem Autobahnkreuz Hegau und Singen geriet eine 44 Jahre alte Autofahrerin bei plötzlich einsetzendem Starkregen ins Schleudern. Ihr Kleinwagen überschlug sich mehrfach, durchbrach einen Wildschutzzaun und blieb neben der Fahrbahn liegen. Die Frau blieb unverletzt, wurde aber vorsorglich in ein Krankenhaus gebracht.
Straßen in Schemmerhofen von Hagel bedeckt
Auch der Kreis Biberach war von dem Unwetter betroffen. In Schemmerhofen bedeckte eine mehrere Zentimeter hohe Hagelschicht am Morgen die Straßen. Feuerwehrleute schaufelten den Hagel beiseite und befreiten verstopfte Abflussschächte. Landwirte unterstützten die Einsatzkräfte dabei mit Traktoren.
Größere Schäden an Gebäuden wurden in Schemmerhofen nach Angaben der Feuerwehr nicht festgestellt.
Am Abend erlitt eine 43 Jahre alte Frau in Aitrach im Landkreis Ravensburg bei einem Blitzeinschlag einen Stromschlag. Sie hielt ein Handy in der Hand, das an einer Steckdose geladen wurde. Die Frau wurde leicht verletzt und begab sich in ein Krankenhaus. Im Ort verschmorten zudem mehrere Stromkästen, aus einzelnen Steckdosen wurden Stichflammen gemeldet.
Reutlingen besonders schwer getroffen
Besonders heftig traf das Unwetter Reutlingen. Am Morgen verstopften Hagelkörner mit einem Durchmesser von bis zu fünf Zentimetern Abflüsse und sorgten für überflutete Straßen. Zeitweise kam der Verkehr an mehreren Stellen zum Erliegen. In Teilen des Stadtgebiets fiel außerdem der Strom aus. Rund 6.000 Haushalte waren vorübergehend betroffen.
Am späten Nachmittag und Abend musste die Feuerwehr noch einmal zu 17 Einsätzen ausrücken. Dabei ging es hauptsächlich um vollgelaufene Keller sowie überflutete Straßen und Unterführungen.
In Lichtenstein-Unterhausen im Landkreis Reutlingen schlug ein Blitz in den Dachstuhl eines unbewohnten Gebäudes ein. Die Feuerwehr konnte den Brand schnell löschen. Verletzt wurde auch dort niemand.