Urteil erwartet: Prozess um tödliche Schüsse in Mercedes-Werk vor dem Abschluss

Nach tödlichen Schüssen

Kammer des Stuttgarter Landgerichts: das Urteil gegen den mutmaßlichen Schützen im Mercedes-Werk soll heute verkündet werden.

Am 11. Mai dieses Jahres fielen tödliche Schüsse im Mercedes-Benz-Werk Sindelfingen auf zwei Menschen. Der Angeklagte: ein 53 Jahre alter Mitarbeiter einer Logistikfirma, die sich auf dem Werksgelände befindet.

Der Prozess

In einer Äußerung hatte der Angeklagte zum Prozessauftakt angegeben, er habe sich gemobbt und gedemütigt gefühlt. Als Mitarbeiter einer Speditionsfirma habe er zudem mit einer drohenden Kündigung gerechnet. Er habe aber keinen Aufenthaltstitel, sondern besitze wegen eines nicht verlängerten Reisepasses nur eine sogenannte Fiktionsbescheinigung. Ohne Arbeitsplatz hätte er Deutschland und seine Familie verlassen müssen. Die Verwandten der Opfer hatten sich nach der Äußerung unzufrieden und enttäuscht gezeigt.

Das Landgericht muss nun entscheiden, ob der Mann auf der Anklagebank seine beiden Opfer «absichtlich» und «heimtückisch» erschossen hat. Dann wäre die von der Staatsanwaltschaft geforderte lebenslange Haft mit der Feststellung der besonderen Schwere der Schuld nicht ausgeschlossen und eine Haftentlassung nach 15 Jahren rechtlich zwar möglich, in der Praxis aber so gut wie ausgeschlossen. Oder ob es der Verteidigung des angeklagten Mannes folgt, die von einer Spontantat in einem psychischen Ausnahmezustand spricht. Auf eine konkrete Strafe hatte sich der Anwalt bei seinem Plädoyer nicht festgelegt.

Das könnte Dich auch interessieren

03.03.2026 Ulm/Göppingen: Haftstrafe für 35-Jährigen nach Maschinenpistolen-Angriff Wegen versuchten Totschlags und schwerer Körperverletzung mit einer Maschinenpistole ist ein 35-Jähriger vom Landgericht Ulm zu acht Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt worden. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der Mann nahe einer Göppinger Asylunterkunft einen 24-Jährigen mit einer Maschinenpistole schwer verletzte. Die Kugel traf den Mann in die Brust, durchschlug eine 15.12.2025 Ulm - Todkranke stirbt: Pflegerin vor Gericht Die Pflegerin soll das Beatmungsgerät der schwerkranken Patientin in einer April-Nacht abgeschaltet haben. Die Anklage lautet zunächst auf fahrlässige Tötung. Doch der Richter prüft auch den Vorwurf des Totschlags. Todkranke Patientin Die 77-jährige Frau aus Langenau litt an ALS, eine unheilbare Erkrankung des Nervensystems. Sie führt zu fortschreitender Muskellähmung. Die Patientin war deshalb auf eine 26.11.2025 Göppingen/Ulm - Prozess nach Schüssen aus der Maschinenpistole Die Sicherheitsvorkehrungen im Ulmer Landgericht waren hoch, zahlreiche Justizbeamte waren im Einsatz, um Prozessbesucher nach Waffen durchsuchen zu können. Auch die Polizei war vor Ort, um irgendwelche Störungen des Prozesses zu verhindern. Nach dem Verlesen der Anklageschrift war auch schnell klar, warum der Vorsitzende Richter die zusätzlichen Maßnahmen angeordnet hatte. Die Tat Im Mai diesen 10.06.2025 Prozess um Bombendrohungen - auch in Ulm: Angeklagter wollte Aufmerksamkeit Ein 20-Jähriger steht in Stuttgart vor Gericht, weil er laut Anklage im Herbst 2023 Dutzende Bombendrohungen per Mail verschickt haben soll – unter anderem auch an die israelitische Gemeinschaft in Ulm. Mit ihm steht ein 21-Jähriger aus Hamburg vor dem Landgericht Stuttgart. Der 20-Jährige sagte über seinen Anwalt, er habe mit den Drohungen Aufmerksamkeit und