Beim Batteriehersteller Varta aus Ellwangen droht nach dem Insolvenzantrag eine Aufteilung des Konzerns. Batterieexperte Dirk Uwe Sauer von der RWTH Aachen sieht darin einen weiteren Rückschlag für die deutsche Batterieindustrie. Besonders das mögliche Herauslösen profitabler Geschäftsbereiche könnte seiner Einschätzung nach künftige Entwicklungen und Innovationen erschweren.
Varta hat einen Antrag auf vorläufige Insolvenz in Eigenverwaltung gestellt. Das Unternehmen will damit nach eigenen Angaben den Geschäftsbetrieb stabilisieren und eine wirtschaftliche Zukunft ermöglichen. Das bekannte Geschäft mit Haushaltsbatterien ist laut Varta nicht von dem beantragten Insolvenzverfahren betroffen.
Eine Gläubigergruppe um die Deutsche Bank und mehrere Finanzinvestoren hatte in dieser Woche angekündigt, das Geschäft mit den Haushaltsbatterien aus dem Varta-Konzern herauslösen zu wollen. Als Grund wurde die angespannte finanzielle Lage des Unternehmens genannt.
Für Experte Sauer stellt sich dadurch die Frage, wie Varta künftig neue Technologien finanzieren soll, falls ein besonders profitabler Bereich nicht mehr zum Konzern gehört. Unternehmen wie Varta seien für die Branche wichtig, weil große Kunden auf zuverlässige Hersteller mit entsprechender Größe angewiesen seien.
Grundsätzlich hält Sauer die Technologie von Varta für gut. Das Problem liege vor allem beim Preis. Deutsche Batteriehersteller könnten bislang nicht in den gleichen großen Stückzahlen produzieren wie Unternehmen in China. Dort herrsche zudem ein harter Preiskampf.
Dadurch wachse die Abhängigkeit von chinesischen Herstellern. Aus Sicht des Experten wäre es deshalb keine Lösung, auf eine eigene europäische Batterieproduktion zu verzichten.
Varta arbeitet unter anderem an Natrium-Ionen-Batterien. Diese Technik könnte nach Einschätzung Sauers für Europa eine Chance sein, unabhängiger von China zu werden. Die dafür benötigten Rohstoffe seien auf dem Weltmarkt leichter verfügbar als bei anderen Batterietypen.
Ob und wie der Konzern aufgeteilt wird, ist noch offen. Klar ist bislang nur: Varta befindet sich in einem vorläufigen Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung, während das Geschäft mit den Haushaltsbatterien zunächst außen vor bleibt.