"Verantwortung für Herdenimmunität liegt bei den Erwachsenen"

Nachdem in der Gesundheitsministerkonferenz beschlossen wurde, Impfangebote für alle 12 bis 18-Jährigen zu machen, hat die Bundesabgeordnete Hilde Mattheis, Mitglied im Gesundheitsausschuss und im Parlamentarischen Begleitgremium zur Covid-Pandemie, empfohlen, sich stärker auf die Erwachsenen zu konzentrieren.




„Ich halte es für falsch, den Fokus der Debatte beim Impfen auf die Unter 18jährigen zu legen“, erklärte Mattheis. „Die politischen Verantwortungsträger haben immer betont, dass wir uns an die wissenschaftlichen Empfehlungen halten, das sollten wir auch jetzt beibehalten. Ich kann nicht nachvollziehen, warum die GMK die Empfehlung der STIKO für die Altersgruppe U18 nicht abgewartet hat. Diese soll laut STIKO-Vorsitzenden Prof. Thomas Mertens in wenigen Tagen auf Basis von fundierten wissenschaftlichen Erkenntnissen erfolgen. Eine freiwillige Impfung für Kinder und Jugendliche mit Einwilligung der Eltern beim Hausarzt oder in Impfzentren ist schon heute möglich.“

Die Verantwortung zur Erreichung der Herdenimmunität läge klar bei den Erwachsenen, so Mattheis. Eine aktuelle Befragung des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) der Hans-Böckler-Stiftung zeigeauf, dass es bei sich ungeimpften Erwachsenen keineswegs überwiegend um Impfgegner handle, sondern dass es gerade unter den Menschen mit niedrigem Haushaltseinkommen sehr viele Impfwillige gibt, die aber bisher kein Impfangebot erhalten haben sollen. „Ob auf den Marktplätzen, beim Supermarkt, vor Bars, Konzerten, Kinos und mit Einbeziehung von Nachbarschaftstreffs, Sportvereinen etc.: Die Menschen müssen sehr niedrigschwellig erreicht werden, gerne auch mit einer Bratwurst, einem Gutschein oder ähnliches als Belohnung fürs Impfen“ , so Mattheis.

Mehr Anstrengungen von Bund und Länder

Die Bundesabgeordnete wünscht sich mehr Anstrengungen von Bund und Ländern, denn derzeit seien nur 80 Prozent der über 65-Jährigen und 53 Prozent der 18 bis 59-Jährigen bundesweit vollständig geimpft. In beiden Altersgruppen sei noch Luft nach oben. Regional gibt es deutliche Unterschiede. Bremen ist Spitzenreiter mit fast 90 Prozent vollständig Geimpfte über 65 Jahren. Das müsse der Standard werden und daran müssten sich die anderen Bundesländer orientieren, denn diese Altersgruppe ist weiterhin stärker gefährdet, so Mattheis. Die Anstrengungen müssten vielmehr dahin gehen, die fehlenden zehn Prozent der Ü65 zu erreichen. Gleiches gelte für die große Altersgruppe der 18 bis 65-Jährigen. Auch hier gibt es regional enorme Unterschiede, Bremen führt auch hier mit einer Impfquote von immerhin 62 Prozent gegenüber dem Schlusslicht Sachsen mit nur 47 Prozent vollständig Geimpfte. „Die Verbesserung dieser Zahlen muss Priorität haben. Jede Impfung bringt uns einen Schritt weiter aus dieser Pandemie heraus“, sagt Mattheis.

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