In den Landkreisen Ravensburg, Sigmaringen und im Bodenseekreis hat die Polizei in den ersten sechs Monaten des Jahres insgesamt 8.889 Verkehrsunfälle gezählt. Das waren rund ein Prozent mehr als im gleichen Zeitraum 2025 mit damals 8.803 Unfällen.
Deutlich zurückgegangen ist dagegen die Zahl der Schwerverletzten. 141 Menschen wurden bei Verkehrsunfällen schwer verletzt, im ersten Halbjahr 2025 waren es noch 191. Das entspricht einem Rückgang von 27,7 Prozent. Auch die Zahl der Verkehrstoten sank von 19 auf 17 Menschen. Leicht verletzt wurden 1.312 Menschen und damit etwas mehr als im Vorjahreszeitraum.
Sorgen bereitet der Polizei vor allem die Entwicklung bei Geschwindigkeitsverstößen. Bei 613 Verkehrsunfällen stellten die Beamten zu schnelles oder nicht angepasstes Fahren als Ursache fest. Das entspricht einem Anstieg von 64,8 Prozent.
Weitere häufige Unfallursachen waren laut Polizei zu geringer Abstand, Ablenkung und die Missachtung der Vorfahrt.
Polizeipräsident Renato Gigliotti sieht den Rückgang bei schweren Unfällen grundsätzlich positiv. Die Präventionsarbeit und die Verkehrsüberwachung von Polizei, Städten und Gemeinden würden nach seiner Einschätzung Wirkung zeigen.
Die Zahl der Unfälle mit Beteiligung von Autos blieb mit 7.799 nahezu unverändert. Bei Lkw-Unfällen gab es dagegen einen deutlichen Anstieg: Ihre Zahl erhöhte sich von 906 auf 1.018 Unfälle, ein Plus von 12,4 Prozent.
Besonders stark nahm die Zahl der Unfälle mit E-Scootern zu. Im ersten Halbjahr registrierte die Polizei 82 Unfälle, im Vorjahreszeitraum waren es noch 55. Das entspricht einem Plus von 49,1 Prozent.
Bei Motorradfahrern entwickelte sich die Zahl dagegen rückläufig. Die Unfallzahlen sanken um 8,4 Prozent. 20 Motorradfahrer wurden schwer verletzt und drei getötet. Im ersten Halbjahr 2025 waren noch 37 Schwerverletzte und vier Tote registriert worden.
Auch die Zahl der Pedelec-Unfälle ging zurück, von 241 auf 217 Unfälle. Bei Fahrrädern ohne Elektroantrieb stieg die Zahl dagegen von 318 auf 377.
Insgesamt wurden 42 Radfahrer schwer verletzt, davon war die Hälfte mit einem Pedelec unterwegs. Zwei Radfahrer kamen ums Leben. Unter den Getöteten war laut Polizei kein Pedelec-Fahrer. Bei Fußgängern ging die Zahl der Unfälle leicht von 96 auf 91 zurück.
Positiv entwickelte sich auch die Zahl der Schulwegunfälle. Im ersten Halbjahr 2026 wurden 19 solcher Unfälle registriert, im gleichen Zeitraum des Vorjahres waren es noch 30.
Gestiegen ist dagegen die Zahl der Unfallverursacher unter Alkohol- oder Drogeneinfluss. 133 Unfallverursacher standen laut Polizei unter Alkoholeinfluss, vier mehr als im Vorjahreszeitraum. Bei THC stieg die Zahl von zehn auf 13, bei anderen Drogen von sieben auf neun Fälle.
Das Polizeipräsidium Ravensburg will seine Kontrollen und Präventionsmaßnahmen fortsetzen. Langfristiges Ziel bleibt die sogenannte „Vision Zero“: möglichst keine Verkehrstoten und Schwerverletzten mehr auf den Straßen.