Kinder gehören im Straßenverkehr zu den besonders gefährdeten Gruppen – vor allem, wenn sie mit dem Fahrrad unterwegs sind. Im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidium Ulm mit rund 922.000 Einwohnern registriert die Polizei jedes Jahr zahlreiche Verkehrsunfälle mit jungen Verkehrsteilnehmern. Polizeiliche Verkehrsunfallanalysen zeigen, dass Kinder häufig als Radfahrer oder Fußgänger verunglücken – besonders auf Schulwegen oder im Wohnumfeld. Oft spielen mangelnde Fahrpraxis, Unsicherheit beim Abbiegen oder eine falsche Einschätzung von Geschwindigkeiten eine Rolle.
Nach Angaben der Polizei kommt es regelmäßig zu Unfällen, bei denen auch Kinder auf dem Fahrrad verletzt werden. Auch bundesweit verdeutlichen Statistiken die Dimension: 2023 registrierte die Polizei in Deutschland mehr als 87.000 Verkehrsunfälle mit verletzten Radfahrern, täglich also über 200 Unfälle mit Fahrradbeteiligung. Gerade für Kinder ohne ausreichende Fahrpraxis steigt damit das Risiko im Straßenverkehr.
Um Unfälle zu vermeiden, setzt die Polizei verstärkt auf Verkehrsprävention und Ausbildung. Programme wie die Fahrradprüfung in der Grundschule sollen Kindern frühzeitig Regeln und sicheres Verhalten vermitteln. Entscheidend bleibt jedoch auch die Unterstützung der Eltern: Regelmäßiges Üben im Straßenverkehr, das richtige Verhalten an Kreuzungen oder das sichere Bremsen sind wichtige Grundlagen. Experten empfehlen, zunächst auf verkehrsarmen Strecken zu trainieren und Kinder erst dann allein fahren zu lassen, wenn sie sich sicher fühlen und die wichtigsten Verkehrsregeln beherrschen. So lässt sich die Verkehrssicherheit langfristig verbessern.
Darum geht es im Gespräch mit Andreas Egle, kommissarischer Leiter Unfallprävention beim Polizeipräsidium Ulm und Polizeihauptmeisterin Miriam Quattrone.