Vier streng geschützte Greifvögel sind im Kreis Günzburg offenbar durch einen Giftköder getötet worden. Bei Thannhausen-Burg wurden Mitte Juli zwei tote Rotmilane und zwei tote Schwarzmilane gefunden. In der Nähe lag außerdem ein totes Masthuhn.
Untersuchungen des Bayerischen Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit und der Ludwig-Maximilians-Universität München haben ergeben, dass die Milane an einer Vergiftung mit Carbofuran gestorben sind.
Das Insektizid ist in der Europäischen Union seit fast 20 Jahren verboten. Das Landratsamt Günzburg hat wegen des Vorfalls Strafanzeige erstattet.
Wer für den Giftköder verantwortlich ist und warum die Tiere getötet wurden, ist bislang nicht bekannt. Entdeckt wurden die toten Vögel von einem Naturschutzwächter.
Rot- und Schwarzmilane gehören zu den besonders geschützten Greifvogelarten. Gerade beim Rotmilan spielt Deutschland eine wichtige Rolle, weil hier ein großer Teil des weltweiten Bestands lebt.
Der Landesbund für Vogel- und Naturschutz warnt, dass solche Giftköder nicht nur für Wildtiere gefährlich sind. Auch Menschen und Haustiere könnten mit den hochgiftigen Stoffen in Kontakt kommen.
Der Verband ruft deshalb dazu auf, verdächtige tote Tiere oder mögliche Giftköder zu melden und nicht selbst anzufassen.