"Von Arbeit in Arbeit" - Aumovio und Hensoldt kooperieren

Vom Auto zum Militär-Radar

Der Autozulieferer Aumovio baut in Ulm, Markdorf und Lindau bis zu 600 Stellen ab. Die Mitarbeitenden werden aber aufgefangen aus dem boomenden Rüstungsmarkt.

Während Aumovio abbauen muss, stellt das auf Sensorik spezialisierte Rüstungsunternehmen Hensoldt fleißig ein. Die Rüstungsbranche boomt, weltweit wird in Verteidigung investiert. Über 1.600 Stellen will Hensoldt dieses Jahr aufbauen, schon 2025 hatte das Unternehmen weltweit 1.200 Mitarbeitende eingestellt, größtenteils in Deutschland.

Der Rüstungs-Boom kommt gelegen

Das geht in diesem Jahr so weiter, vor allem die Standorte Ulm, Oberkochen/Aalen und Immenstaad am Bodensee wachsen stark. Der aufmerksame Geographie-Kenner bemerkt sofort: Die Standorte von Aumovio und Hensoldt liegen alle nah beieinander. Und so starten die beiden Firmen das Projekt „Von Arbeit in Arbeit“. Hensoldt will zahlreiche Mitarbeitende des Autozulieferers aufnehmen, vor allem aus den Bereichen System- und Softwarentwicklung.

Stimmen der Unternehmen

„Die Nachfrage nach moderner Verteidigungstechnologie wächst derzeit sehr stark, und damit auch unser Bedarf an hochqualifizierten Ingenieurinnen und Ingenieuren“, sagt HENSOLDT-CEO Oliver Dörre. „Viele Kompetenzen aus der Automobilindustrie – etwa in Systementwicklung, Software oder Elektronik – passen hervorragend zu den Technologien, die wir entwickeln. Die Kooperation mit AUMOVIO schafft eine echte Perspektive für Fachkräfte in der Region – und ist zugleich für beide Seiten vorteilhaft.“

Auch Aumovios Chief Human Resources Officer Ingo Holstein freut sich über die Vereinbarung: „Für AUMOVIO steht der verantwortungsvolle Umgang mit unseren Mitarbeitenden im Mittelpunkt. Die Kooperation mit HENSOLDT ist ein starkes Beispiel dafür, wie wir Veränderungen sozialverantwortlich gestalten. Sie verbindet regionale Chancen mit den vielfältigen Kompetenzen unserer Kolleginnen und Kollegen – und schafft so einen echten Mehrwert für beide Unternehmen.“

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