Warnstreik im Ulmer Nahverkehr am Sonntag

Verkaufsoffener Sonntag betroffen

Da werden einige Einzelhändler und auch ihre Shopping-Kunden die Krise kriegen. Im Ulmer Nahverkehr wird gestreikt - am verkaufsoffenen Sonntag.

Am Sonntag, 29. März, bleibt der ÖPNV in Ulm fast gänzlich stehen. Die Gewerkschaft ver.di hat die Beschäftigten der SWU mobil zu einem ganztägigen Warnstreik aufgerufen.

Gehaltsangleichungen gefordert

Nach Angaben der Gewerkschaft wird der Fahrdienst in Ulm und der Umgebung weitgehend zum Erliegen kommen. Nicht betroffen von der aktuellen Tarifrunde sind andere Gesellschaften der Stadtwerke Ulm sowie die SWU Verkehr. Hintergrund sind laut Gewerkschaft unterschiedliche Bezahlungen innerhalb des Konzerns für vergleichbare Tätigkeiten im Fahrdienst.

Die Verhandlungsführerin von ver.di, Friederike DeCoite, kritisiert diese Unterschiede deutlich. Fahrerinnen und Fahrer würden für die gleiche Arbeit unterschiedlich bezahlt. Ziel sei es, diese Ungleichbehandlung zu beenden und eine Entlohnung durchzusetzen, die den besonderen Belastungen im Fahrdienst gerecht wird.

Streiktermin wurde von ver.di bewusst gewählt

Der Streiktermin wurde bewusst auf einen verkaufsoffenen Sonntag gelegt. Damit soll der Druck auf die Arbeitgeber erhöht werden, ohne den Berufs- und Schulverkehr unter der Woche zusätzlich zu belasten.

In der aktuellen Tarifrunde fordert ver.di unter anderem eine Fahrdienstzulage von 13 Prozent, einen Nahverkehrszuschlag von fünf Prozent sowie eine Lehrfahrerzulage von zehn Euro. Damit soll eine Angleichung der Gehälter innerhalb des Konzerns erreicht werden. Die Arbeitgeberseite hatte in der ersten Verhandlungsrunde kein konkretes Angebot vorgelegt. Lediglich bei der Lehrfahrerzulage signalisierten die Arbeitgeber Gesprächsbereitschaft. Die Friedenspflicht war bereits am 28. Februar ausgelaufen.

Von den Forderungen betroffen sind rund 170 Beschäftigte der SWU mobil, einer hundertprozentigen Tochter der Stadtwerke Ulm. Die nächste Verhandlungsrunde ist für den 16. April angesetzt.

Ersatzfahrten der SWU

Laut der SWU werden einige Leistungen von Subunternehmen übernommen: Nicht vom Streik betroffen sollen sein: Alle Fahrten der Linien 2 (als SEV), 6, 8, 12 und 13. Dazu die Nachtbusse N1 bis N8 und ausgewählte Fahrten der Linie 5.

Infos zum verkaufsoffenen Sonntag

Trotz des Streiks versucht die Stadt Ulm, allen Gästen einen schönen verkaufsoffenen Sonntag zu ermöglichen. So sind weiterhin alle Parkhäuser in der Stadt gut zu erreichen und befahrbar. Einem netten Einkaufsbummel in schöner Atmosphäre steht somit nichts im Weg. Um am verkaufsoffenen Sonntag einfach einen Parkplatz zu finden, hier klicken.

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