Pflanzen besitzen in ihren Blättern eine Art innere Stoppuhr. Diese misst, wie lange es am Tag hell ist und erkennt so, wenn die Tage langsam wieder länger werden. Auf diese Weise können Pflanzen feststellen, wann sich der Winter dem Ende nähert. Jede Pflanze hat hier einen anderen Schwellenwert, was die Erklärung dafür ist, dass manche Blumen früher und andere erst später blühen. Das Schneeglöckchen braucht interessanterweise aber eine Kälteperiode, um ihre Blüten anzulegen.
Neben dem Licht spielt auch die Temperatur eine wichtige Rolle. Pflanzen besitzen eine Art inneres Thermometer, das misst, ob es warm genug ist. Erst wenn ausreichend Licht vorhanden ist und gleichzeitig die Temperaturen steigen, beginnt die Pflanze mit der Entwicklung von Blüten. Jedoch erkennen sie auch, ob nach ein paar warmen Tagen eine plötzliche Kältefront angebrochen ist. Dann treiben die Blüten noch nicht aus. Es gibt sogar Pflanzen, die „rechnen“ können. Sie zählen die warmen Tage, um sicher sein zu können, dass es nicht wieder kälter wird.
Sobald die Pflanze registriert, dass es lange genug hell ist und die Temperaturen stimmen, bildet sie bestimmte Signalstoffe. Diese Stoffe transportieren die Information „lange hell genug“ von den Blättern zu den Knospen und bereiten die Pflanze langsam auf die Blüte vor.
Alle diese Mechanismen sind wichtig, damit die Pflanze nicht zu früh oder zu spät blüht, sonst würde sie im Winter erfrieren oder im Frühling den Zeitpunkt der Bestäubung verpassen.