Wasser im Bodensee so niedrig wie seit Jahren nicht mehr

Warum ist das so?

Erste Schiffe bleiben am Ufer, Vögel suchen neue Plätze: Der Bodensee zeigt einen Wasserstand wie seit Jahren nicht mehr um diese Jahreszeit.

Urlauber und Badegäste bekommen es natürlich mit, wenn sie auf den Bodensee schauen: Das Wasser im größten See Deutschlands steht derzeit so niedrig wie selten um diese Jahreszeit. Schiffe der Bodensee-Schiffsbetriebe müssen neu planen, Badende müssen weiter bis ins tiefere Wasser laufen und Vogelkundler machen sich Sorgen um mehrere Arten, weil deren Brutplätze auf dem Trockenen liegen.

Derzeit liegt der Wasserstand am Pegel Konstanz bei etwa 305 Zentimetern – 66 Zentimeter unter dem langjährigen Mittel für diesen Tag. Zuletzt wurde ein solcher Stand laut Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg (LUBW) vor 15 Jahren gemessen.

Wasser aus den Alpen fehlt

Normalerweise steigen die Pegel im Frühjahr und Sommer durch Regen und schmelzenden Schnee – dieser Effekt bleibt im laufenden Jahr bislang schwach. Denn im Einzugsgebiet des Alpenrheins hat es im Winter erheblich weniger geschneit als sonst. «Aktuell liegt im Einzugsgebiet des Bodensees insbesondere in den tieferen Lagen deutlich weniger Schnee als saisonüblich», erklärte eine Sprecherin der LUBW.

Außerdem habe es in den vergangenen Monaten weniger geregnet als üblich. «Beides zusammen führt dazu, dass der Alpenrhein, der Hauptzufluss des Bodensees, aktuell unterdurchschnittlich Wasser führt», hieß es weiter.

Experten: Es muss viel und lange regnen

Die LUBW-Experten rechnen zwar mit einem leicht steigenden Wasserstand, weil die derzeit hohen Temperaturen die Schneeschmelze kurzfristig verstärken könnten. Nach Einschätzung der Landesanstalt dürfte dieser Anstieg aber geringer ausfallen als üblich.

Klar sei aber: Damit der Wasserstand im Bodensee steigt und wieder gewohnte Werte erreicht, müsse es neben der Schneeschmelze auch anhaltend und flächendeckend im Einzugsgebiet des Bodensees regnen.

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