Virus-Varianten: Rund 1000 Menschen im ADK werden getestet

Seit am Mittwoch, den 27. Januar 2021, der erste Fall einer Coronavirus-Variante im Landkreis bekannt wurde, sind weitere Mutationsbefunde beim Gesundheitsamt im Landratsamt Alb-Donau-Kreis eingetroffen. Alle Befunde weisen die neuartige Mutation an der Stelle N501Y nach, welche die Übertragbarkeit des Virus deutlich erhöht.




Aktuell liegen insgesamt fünf Fälle von Infektionen mit Virus-Varianten vor, die sich auf vier Ausbruchsgeschehen verteilen.

Sehr komplexe Ausbruchsgeschehen und lange Infektionsketten

Eine besondere Herausforderung stellen dabei die teilweise sehr hohe Zahl an Kontaktpersonen und die komplexen Zusammenhänge dar, die sich über die Beschäftigungsverhältnisse der Infizierten ergibt. Im Fall des erkrankten Arbeiters, der in einer Sammelunterkunft auf dem Gelände des St. Konradihauses in Schelklingen lebt, wurden gestern alle Bewohner dieses Hauses sowie des benachbarten Jugendwohnheims und dessen gesamte Mitarbeiterschaft abgestrichen. Der Großteil der Testergebnisse steht noch aus, allerdings zeigen erste positive PCR-Befunde, dass weitere Bewohner der Sammelunterkunft infiziert sind. Ob es sich dabei ebenfalls um Ansteckungen mit Virus-Varianten handelt, ist derzeit unklar. Die Ergebnisse der Mutationsanalysen stehen noch aus.

Umfangreiche Testungen erforderlich und veranlasst

Aufgrund der erhöhten Infektiosität der Virus-Varianten werden heute umfassende Testungen im Arbeitsumfeld der infizierten Person durchgeführt. Da er auf einer Großbaustelle im Industriegebiet Ulm-Donautal tätig war, betrifft dies mehrere hundert weitere Arbeiter. Erschwerend kommt hinzu, dass ein Teil davon ebenfalls in beengten Verhältnissen in Sammelunterkünften in anderen Gemeinden wie beispielsweise Ulm, Blaubeuren oder Oberdischingen lebt. Die Kontaktpersonennachverfolgung und Isolierung läuft aktuell noch mit Hochdruck, um die Ausbreitung des Virus einzudämmen. Es ist aber damit zu rechnen, dass sich die Zahl der Kontaktpersonen weiter erhöht und sich das Ausbruchsgeschehen erweitert.



Auch im Fall eines weiteren, im Industriegebiet Donautal angesiedelten Unternehmens wurden zwei Fälle von Infektionen mit Virus-Varianten bekannt. Derzeit gibt es keine Erkenntnisse für einen Zusammenhang mit dem Ausbruch in der Schelklinger Sammelunterkunft, dies muss aber fortlaufend mitbetrachtet werden. Die erkrankten Personen befinden sich an ihren Wohnorten Allmendingen und Blaustein in häuslicher Isolierung. Das Gesundheitsamt hat für heute eine Reihentestung der gesamten Belegschaft veranlasst. Dies betrifft knapp zweihundert Personen.

„Ausbrüche von dieser Größe und Komplexität fordern unser Gesundheitsamt maximal. Die beinah zeitgleiche Testung von rund 1.000 Personen bedeutet nicht nur einen extremen Organisationsaufwand, sondern auch ein immenses Arbeitspensum was die Verarbeitung der Ergebnisse bedeutet“, sagte ein Sprecher des Gesundheitsamtes während einer Lagebesprechung.

Bei den anderen beiden Fällen handelt es sich – nach heutigem Kenntnisstand – um kleinere Infektionsgeschehen mit einer verhältnismäßig geringen Anzahl an Betroffenen. Zudem wurden dem Gesundheitsamt heute Kontaktpersonen von Virus-Varianten-Ausbrüchen aus anderen Landkreisen gemeldet, darunter auch ein Internatsschüler des Kollegs St. Blasien. Die Ermittlung der genauen Sachverhalte und die Kontaktpersonennachverfolgung laufen derzeit.

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