Weniger Frauen kandidieren als Bürgermeisterin - Neu-Ulm gegen den Trend

Statistik zu den Kommunalwahlen

In Gemeinden ab 10.000 Einwohner sinkt der Anteil von Frauen unter den Bewerbern auf gut ein Fünftel. Besonders selten sind Frauen auf den Listen von zwei Parteien.

Bei der Kommunalwahl Anfang März bewerben sich weniger Frauen um die Bürgermeister- und Oberbürgermeisterämter größerer Gemeinden als noch vor sechs Jahren. Insgesamt listet das Landesamt für Statistik 178 Bewerberinnen in Gemeinden ab 10.000 Einwohnern auf. Damit sind 20,2 Prozent aller Kandidierenden weiblich. Vor sechs Jahren waren es noch 22,4 Prozent.

Besonders deutlich ist der Rückgang bei den Kandidatinnen in den in der Regel größeren kreisfreien Städten. Hier sank der Frauenanteil von 26,3 auf 21,9 Prozent. Dafür ist der Frauenanteil bei den Landrats-Kandidaten leicht gestiegen – von 21,5 auf 22 Prozent.

Große Unterschiede zwischen Parteien

Dabei zeigen sich sehr große Unterschiede zwischen den Parteien. Lässt man gemeinsame Wahlvorschläge außer Acht und vergleicht die fünf Parteien, die auch im bayerischen Landtag vertreten sind, hat die AfD den niedrigsten Frauenanteil unter ihren Bewerbern. Für Bürgermeister und Oberbürgermeisterposten sind es den Zahlen des Landesamts zufolge 6,4 Prozent, bei Landräten 4,8 Prozent. Auch die CSU hat hier vergleichsweise niedrige Werte – 9,1 Prozent bei den Bürgermeisterkandidaten und 13 Prozent bei den Landräten.

Am anderen Ende der Skala finden sich die Grünen mit Frauenanteilen von 39 Prozent bei den Bürgermeister- und Oberbürgermeisterkandidaten und 42,2 Prozent bei den Landräten. Bei der SPD sind es 22,7 und 31,8 Prozent.

Bei den Freien Wählern schließlich gibt es eine große Differenz zwischen Kommunen und Landkreisen: bei den Bürgermeisterkandidatinnen liegen sie mit 31,3 Prozent auf Platz zwei, bei den Landratskandidatinnen mit 8,3 Prozent auf dem vorletzten Rang. Da die Partei allerdings besonders auf gemeinsamen Wahlvorschlägen antritt, beruhen diese Anteile auf relativ wenigen Personen.

Neu-Ulm gegen den Trend

In Neu-Ulm sieht man von diesen Statistiken recht wenig. Sieben Kandidaten für die Oberbürgermeisterwahl sind natürlich eine Hausnummer, das drei davon weiblich sind, ist aber ein sehr positives Signal. Neben Amtsinhaberin Katrin Albsteiger von der CDU treten auch Kati Ernst (Die Linke) und Tanja Fendt (PRO) an.

Das könnte Dich auch interessieren

21.01.2026 Neu-Ulm: Wahlausschuss veröffentlicht Kandidaten und Listen Für die Wahl des Stadtrates wurden insgesamt zehn Wahlvorschläge eingereicht. Neun davon erhielten einstimmig grünes Licht. Ein Vorschlag wurde abgelehnt: Das Bündnis Sarah Wagenknecht (BSW) verfehlte deutlich die gesetzlich vorgeschriebene Zahl an Unterstützungsunterschriften. Statt der erforderlichen 340 gültigen Unterschriften lagen lediglich 49 vor. Der Wahlausschuss lehnte den Wahlvorschlag daher einstimmig ab. Stadtratswahl: Neun Listen zugelassen 01.09.2025 SPD und WÜW unterstützen wieder Parteilosen in Weißenhorner Bürgermeister-Wahl In Weißenhorn haben die SPD und die Weißenhorner Überparteilichen Wähler (WÜW) ihre Unterstützung für Sven Ticks als neuen Bürgermeisterkandidaten verkündet. Die Wahlen finden am 8. März 2026 statt. Die Parteien setzen damit erneut auf einen parteilosen Kandidaten, der wie seine Vorgänger von beiden Seiten unterstützt wird. Sowohl Wolfgang Fendt als auch sein Vorgänger Heinz Berchtenbreiter 07.04.2025 Neu-Ulm: Unterricht in der alten Grundschule Burlafingen geht weiter Ende der Woche geht eine Ära zu Ende. Die Grundschule Burlafingen stellt den Schulbetrieb am alten Standort ein und zieht um. Nach Ostern werden  die Kinder dann in einem nagelneuen Schulgebäude unterrichtet. Und die alte Grundschule, was passiert mit ihr? Sie wird für die nächsten zweieinhalb Jahre vermietet und zwar an die Grundschulen Nersingen und 20.01.2026 Neu-Ulm: Stadt reagiert auf Vorwürfe des Tennisvereins NTK Blau-Weiß Bereits im Dezember 2025 entschied das Landgericht Memmingen rechtskräftig, dass der NTK das Gelände räumen muss. Gegen das Urteil wurde keine Berufung eingelegt. Hintergrund Zunächst wollte der NTK um den Vorsitzenden Norbert Schlegel dem Urteil geräuschlos folge leisten. Wenige Tage später kam die Kehrtwende: Auf einer nicht-öffentlichen Mitgliederversammlung sollte nochmal darüber abgestimmt werden. Dabei bezichtigte