Weniger Raser und kuriose Ausreden: Polizei kontrolliert beim Speed-Marathon an der B311

Speedweek

Im Rahmen des europaweiten Speed-Marathons hat das Polizeipräsidium Ulm am Mittwoch eine Geschwindigkeitskontrolle an der Bundesstraße 311 bei Obermarchtal durchgeführt. Es ist der Höhepunkt der Speedweek.

Die Bilanz an dem bekannten Unfallschwerpunkt fiel überraschend aus: In zwei Stunden wurden nur vier Fahrer geblitzt, die zwischen 21 und 28 km/h zu schnell unterwegs waren. Die Beamten zeigten sich dennoch zufrieden. Die Aktion soll das Bewusstsein für die Gefahren von zu hoher Geschwindigkeit schärfen. „Geschwindigkeit ist immer noch eine der Hauptunfallursachen“, betonte Polizeisprecher Thomas Hagel vor Ort.

Die Kontrollstelle war strategisch gewählt. Mit Blick auf das Kloster Obermarchtal ist die B311 hier dreispurig ausgebaut. Nach einem kilometerlangen Überholverbot ist dies die erste Stelle, an der viele Verkehrsteilnehmer zum Überholen ansetzen. Aufgrund des starken Lkw-Verkehrs ereignen sich hier immer wieder schwere Unfälle. Versteckt im Gebüsch erfassten die Polizisten mit einer Laserpistole die Geschwindigkeit der vorbeifahrenden Autos. Rund 500 Meter weiter wurden die zu schnellen Fahrer dann von weiteren Beamten aus dem Verkehr gezogen.

Gründe für das positive Ergebnis

Die geringe Zahl der Verstöße deutet darauf hin, dass die Ankündigung der „Speedweek“ ihre präventive Wirkung entfaltet haben könnte. Die vier erwischten Fahrer zeigten sich allesamt einsichtig, obwohl sie mit einem Bußgeld von über 100 Euro und einem Punkt im Fahreignungsregister rechnen müssen. Die Geschichten hinter den Tempoverstößen waren dabei vielfältig. Ein Fahrer befand sich gerade auf einer Probefahrt mit dem Fahrzeug eines Autohauses und gab unumwunden zu: „Ich bin selber schuld.“ Ein anderer war auf dem Weg zu einem Ausflug an den Bodensee. Seine Beifahrerin war über den unfreiwilligen Stopp samt Aussicht auf ein Bußgeld so verärgert, dass sie keine Lust mehr auf den Ausflug hatte. Eine Autofahrerin erklärte ihre Eile damit, dass sie ihr Kind pünktlich vom Kindergarten abholen müsse, was ein Kindersitz auf dem Beifahrersitz glaubhaft erscheinen ließ. Die vierte Erwischte war auf dem Weg zur Arbeit und wollte pünktlich sein.

Neben den Geschwindigkeitsverstößen beobachteten die Beamten auch einen Mann, der während der Fahrt sein Smartphone am Lenkrad abstützte und darauf tippte. An der Kontrollstelle bestritt der Fahrer den Vorwurf vehement. Der Fall wird nun im Rahmen eines Bußgeldverfahrens geklärt. Ein anderer Autofahrer nicht angeschnallt. Polizeisprecher Hagel betonte, dass solche Kontrollen nicht nur während angekündigter Aktionen stattfinden. „Wir kontrollieren das ganze Jahr über und insbesondere dort, wo Unfallschwerpunkte sind“ . Größtenteils zeigten die Betroffenen Verständnis für die Maßnahmen der Polizei.

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