Cem Özdemir ist ein grünes Urgestein. Seit über 40 Jahren ist er bei den Grünen aktiv. Bei seiner Nominierung als Kandidat der Partei für das Amt des Ministerpräsidenten in Heidenheim am 24. Mai 2025 setzte Özdemir stark auf wirtschaftliche Themen und erhielt 97 Prozent der Stimmen auf der Landesdelegiertenkonferenz.
Mit seinem Wechsel in die Landespolitik setzt der prominente Vertreter des Realoflügels vorerst einen Schlusspunkt unter seine jahrzehntelange bundespolitische Karriere. Zuletzt war er von Dezember 2021 bis Mai 2025 Bundesminister für Ernährung und Landwirtschaft, als erster Bundesminister mit türkischen Eltern.
Manuel Hagel ist seit 2023 Landesvorsitzender der CDU Baden-Württemberg und zum ersten Mal Spitzenkandidat seiner Partei. Am 17. Mai 2025 wurde er in Stuttgart mit knapp 94 Prozent der Stimmen gewählt.
Hagel soll nach 15 Jahren die CDU in ihrem einstigen „Stammland“ wieder in die Regierungszentrale führen. In seiner Rede kündigte Hagel eine Agenda 2036 für Baden-Württemberg an. Schwerpunkte seien die Bekämpfung der Wirtschaftskrise, Bürokratieabbau, mehr Forschung und das „Familienland Baden-Württemberg“.
Markus Frohnmaier ist Ministerpräsidenten-Kandidat der AfD für die Landtagswahl 2026. Auf dem Landesparteitag Ende Mai 2025 in Heilbronn stimmten die knapp 400 Delegierten bei einer Gegenstimme für den Böblinger Bundestagsabgeordneten. Anders als die übrigen Spitzenkandidierenden tritt Frohnmaier nicht für ein Landtagsmandat an.
Er strebt ausschließlich das Amt des Ministerpräsidenten an. Laut Landesverfassung müsste er dazu von einer Mehrheit der Abgeordneten im Parlament gewählt werden. Für den Fall, dass er nicht Regierungschef wird, will er Bundestagsabgeordneter bleiben.
Andreas Stoch geht nach 2021 zum zweiten Mal als Spitzenkandidat der Landes-SPD ins Rennen. Auf dem Landesparteitag am 5. Juli 2025 in Fellbach stimmten 94,6 Prozent der Delegierten für den 55-Jährigen. Im Mittelpunkt von Stochs Wahlkampf stehen die Themen Wirtschaft, Bildung und bezahlbarer Wohnraum.
Bei der Landtagswahl 2021 erzielte die SPD mit 11 Prozent ihr schlechtestes Wahlergebnis seit Bestehen des Landes Baden-Württemberg. Mit dem Slogan „Andreas dreht das“ will der Jurist Stoch seine Partei wieder in die Regierungsverantwortung führen. Zuletzt war die SPD in Baden-Württemberg von 2011 bis 2016 Juniorpartner einer Grün-Roten-Koalition.
Allesamt vertreten ihre Parteien im Wahlkampf um das höchste Regierungsamt im Südwesten. Laut aktuellen Umfragen liefern sich Özdemir und Hagel ein Kopf-an-Kopf-Rennen um die Nachfolge von Winfried Kretschmann, der nach 15 Jahren als Ministerpräsident nicht mehr kandidiert.
Die Zahlen stammen aus den jüngsten Wahlumfragen großer Institute kurz vor dem Wahlsonntag am 8. März 2026:
CDU: etwa 27–28 %
Grüne: etwa 26–28 %
AfD: ca. 18–20 %
SPD: ca. 8 %
FDP: ca. 5,5–6 %
Linke: ca. 5,5–6 %
Diese sechs Parteien liegen aktuell über bzw. nahe der Fünf‑Prozent‑Hürde und gelten damit als aussichtsreich für den Einzug in den Landtag von Baden‑Württemberg.
Hier findet die alle wichtigen Ergebnisse nach der Landtagswahl in Baden-Württemberg.
CDU: Mario Schneider
Grüne: Michael Joukov
AfD: Daniel Rottmann
SPD: Steffen Reik
FDP: Anke Hillmann‑Richter
Linke: Mustafa Süslü
CDU: Manuel Hagel
Grüne: Tobias Hocke‑Beck
AfD: Michael Scheffler
SPD: Lisa‑Marie Späth
FDP: Uwe Schwarz
Linke: Nicklas Boden
CDU: Thomas Dörflinger
Grüne: Berat Gürbüz
AfD: Paula Gulde
SPD: Simon Özkeleş
FDP: Oliver Lukner
Linke: Jasmin Weber
CDU: Antje Rommelspacher
Grüne: Anna Wiech
AfD: Hans‑Peter Baur
SPD: Paul Frank
FDP: Anja Widenmann
Linke: Tim Wetzel
CDU: Nicole Razavi
Grüne: Julian Beier
AfD: Uwe Freiherr von Wangenheim
SPD: Sascha Binder
FDP: Jennifer Röcker
Linke: Bernd Graßhof
CDU: Michael Kolb
Grüne: Clara Resch
AfD: Jürgen Müller
SPD: Andreas Stoch
FDP: Klara Sanwald
Linke: Daniel Rolfs
Am Wahlabend geht es vor allem um CDU, Grüne und AfD, während SPD, FDP und Linke ebenfalls Chancen auf Mandate haben. In den Wahlkreisen sind die genannten Kandidierenden besonders relevant – egal ob sie direkt oder über die Liste ins Parlament kommen.