Wie ständiges Aufschieben krank machen kann

Aufräumen statt für die Schule zu lernen. Auf Social Media durch scrollen statt zu arbeiten. Wir kennen es nahezu alle. Prokrastination ist hier der Fachbegriff dafür. Also kurz gesagt: Sich vor der Arbeit drücken und sie damit aufschieben. 

Doch bei Personen, die regelmäßig prokrastinieren, können sich so sehr schnell echte Lebenskrisen entwickeln. Eine neurowissenschaftliche Studie der Ruhr-Universität Bochum hat ergeben, dass sich die Aufschieberitis auch im Gehirn nachweisen lässt. Bei diesen Personen ist ein größeres Gefühlszentrum im Gehirn vorhanden. Deshalb geht man davon aus, dass sich Betroffene vor den möglichen negativen Konsequenzen ihres Handelns fürchten. Die Hirnregion, die unsere Handlungen steuert, war bei diesen Personen hingegen nicht sehr aktiv, sie schienen nicht gut miteinander verknüpft zu sein. Störende Emotionen könnten Menschen dazu bringen, geplante Handlungen nicht mehr zu verfolgen. Das Gefährliche: Dieses Verhalten kann sich auch als Gewohnheit verfestigen.

Das hilft gegen Prokrastination

Um gegen eine chronisch gewordene Aufschieberitis anzugehen, hilft es sich selbst neu zu konditionieren. Unangenehme Aufgaben sollten hinterher mit etwas positivem Belohnt werden. Unser Gehirn lernt durch die Erfahrung neu dazu. Unangenehme Aufgaben werden so in Zukunft nicht mehr ganz so unangenehm sein.

Personen die unter Prokrastination leiden, leiden oft auch innerlich unter großem Druck und Unruhe, ständiger Anspannung und auch Stress. Das wirkt sich auch körperlich aus. Kopf- und Bauschmerzen sind keine Seltenheit, genauso wie Kreislaufprobleme. Oft ist das Aufschieben auch ein Indiz dafür, dass persönliche Bedürfnisse zu kurz kommen. Betroffene sollten offen über ihre Prokrastination sprechen, denn auch ein offenes Gespräch kann in vielen Fällen helfen, Stress aus der Situation heraus zu nehmen.

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