Warnstreik an der Uniklinik Ulm: Beschäftigte sollen drei Tage die Arbeit niederlegen
An der Uniklinik Ulm soll vom 6. bis 8. Juli ganztägig gestreikt werden. Hintergrund sind die laufenden Tarifverhandlungen für die Unikliniken in Baden-Württemberg.
ver.di ruft an der Universitätsklinik Ulm Beschäftigte, Auszubildende und Praktikanten zum Warnstreik auf. Betroffen sind Montag, der 6. Juli, Dienstag, der 7. Juli, und Mittwoch, der 8. Juli. Die Nachtschicht ist laut Streikaufruf ausgenommen.
Für Patienten und Besucher kann das Einschränkungen bedeuten, zum Beispiel längere Wartezeiten oder verschobene Termine. Eine Notdienstvereinbarung soll sicherstellen, dass wichtige Bereiche weiter abgesichert bleiben. Der genaue Treffpunkt und der Ablauf des Warnstreiks sind noch offen.
Grund für den Warnstreik ist der Tarifstreit an den Unikliniken in Baden-Württemberg. ver.di fordert unter anderem 7,5 Prozent mehr Geld, mindestens aber 320 Euro im Monat. Für Auszubildende und Praktikanten fordert die Gewerkschaft 250 Euro mehr im Monat sowie einen Mobilitätszuschuss in Höhe des Deutschlandtickets.
Eine Beschäftigte der Uniklinik Ulm kritisiert das Angebot der Arbeitgeber deutlich. Nach ihrer Darstellung gehe es unter anderem um eine lange Laufzeit von 32 Monaten, eine spätere Erhöhung und die Möglichkeit, freiwillig 45 Stunden pro Woche zu arbeiten. Besonders kritisch sieht sie außerdem eine geplante Erhöhung der Jahressonderzahlung, die sich bei Krankheitstagen wieder verringern soll. Gerade in der Pflege sei das aus ihrer Sicht problematisch, weil Beschäftigte dort häufiger Krankheitserregern ausgesetzt seien.
Eine Stellungnahme der Arbeitgeber zu diesen konkreten Aussagen liegt uns nicht vor.
Neben dem Warnstreik ist in Ulm auch eine Demonstration geplant. Unter dem Motto „SOS Sozialstaat“ soll am Freitag, 10. Juli, um 17 Uhr am Weinhof protestiert werden. Laut Aufruf geht es dabei um Kürzungen und Verschlechterungen bei Gesundheit, Pflege, Rente und sozialer Sicherheit.
„SOS Sozialstaat“ meint in diesem Zusammenhang: Der Sozialstaat soll aus Sicht der Veranstalter verteidigt werden. Die Demo richtet sich nicht nur an Beschäftigte aus der Pflege, sondern grundsätzlich an alle, die gegen Einschnitte in sozialen Bereichen protestieren wollen.