Winter: Wann darf ich aufs Eis?

Temperaturen um den Gefrierpunkt, Schnee satt - perfektes Wetter zum Eislaufen, oder? Nein! Die DLRG Ulm warnt davor, jetzt zugefrorene Seen zu betreten. 




Denn das Eis ist trügerisch: Von außen kann man kaum sehen, ob die Eisdecke trägt.

Aufgrund der unsteten Witterung, sind zwar die Gewässer optisch zugefroren und haben eine Schneeschicht, die für das Gefühl sorgt, die Eisdecke sei dick und stabil. Leider täuscht das sehr und die Gefahr lauert unter dem Schnee. Es kann nicht sicher festgestellt werden, ob die Eisdicke ausreichend ist und trägt.

Bei einem Test konnte die DLRG Ulm feststellen, dass die Eisdicke nur etwa fünf bis sieben Zentimeter stark ist und somit nicht sicher trägt. Bei den Tests konnte festgestellt werden, dass die Eisdecke zum Teil vor allem im Randbereich nicht ausreichend dick ist und beim Betreten sofort bricht.

Die DLRG Ulm warnt dringend davor, die Eisflächen zu betreten insbesondere, auch da in dieser Woche Tauwetter einsetzen soll und es somit zu weiteren gefährlichen Situationen auf dem Eis kommen kann.

Wann darf man auf den See?

Wenn eine Eisdecke betreten werden soll, muss diese in stehenden Gewässern mindestens 15 Zentimeter und bei fließenden Gewässern 20 Zentimeter dick sein, um sicher tragen zu können. Eine Gewährleistung, zur Sicherheit auf dem Eis wird durch die DLRG grundsätzlich nicht gegeben, da keine über alle Flächen gehende Sicherheit gewährleistet werden kann. Gefährlich sind bei Seen insbesondere warme Quellen im Untergrund, welche die Eisschicht beeinflussen.

Das Eis sendet Signale aus, auf die jeder achten sollte. Dunkle Stellen verraten: Es ist noch viel zu dünn. Hier ist die Gefahr einzubrechen besonders groß. Wenn das Eis knistert und knackt, sollte man sich flach hinlegen, um das Gewicht zu verteilen, und sich dann in Bauchlage in Richtung Ufer bewegen. Besondere Vorsicht ist auf verschneiten Eisflächen und an bewachsenen Uferzonen geboten. Auch Seen, die von Bächen oder Flüssen durchzogen sind, sind gefährlich. An den Ein- oder Ausflüssen kann innerhalb weniger Meter das Eis deutlich dünner und die Eisqualität völlig anders sein als auf dem Rest des Sees.



Wichtig: Wenn man sich doch entschließt, sich aufs Eis zu wagen, sollte man niemals allein sein. Bricht jemand ein, sollte man sich zur Rettung flach aufs Eis, ein Brett oder einen umgedrehten Schlitten legen und vorsichtig zur Einsturzstelle robben. Eigenschutz geht hier immer vor! Gerettete sollte man laut DLRG in trockene Decken und Kleidung einpacken und mit warmen Getränken wieder aufwärmen. Außerdem muss sofort der Notruf gewählt werden, denn Unterkühlungen können lebensbedrohlich sein.

Alternativen zum See

Wenn es von Experten kein Go zum Schlittschuhlaufen auf dem See gibt, muss man die Schuhe trotzdem nicht an den Nagel hängen. Alternativen sind Eishallen und - vor allem dieses Jahr - öffentliche Eisflächen. Die Stadt Krumbach macht's vor: Die "Pfütze" an der Südtangente ist auch dieses Jahr mit Wasser gefüllt - ganz ohne See darunter.

Auch im eigenen Garten kann man sich selbst eine Eisfläche bauen: Dazu braucht man nur ein paar Balken, eine Folie und einen Wasserschlauch. Gefriert der Mini-Pool, kann's auch schon losgehen.

Und wenn es taut? Dann kann man vielleicht mit Inlineskates die Monate bis zum nächsten Winter überbrücken.

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