Das hat es in Ulm auch noch nicht oft gegeben. Keine einzige Straßenbahn fährt durch die Stadt. Und das nicht nur für ein paar Tage, sondern für Wochen. Grund: Es stehen gleich mehrere Bauprojekte an.
Der wichtigste Grund für die Sperrung ist der Umbau des Ehinger Tors. Der zentrale Umsteigepunkt soll künftig längere Straßenbahnen und zusätzliche Busse aufnehmen können. Die Fertigstellung ist für Ende 2027 vorgesehen.
Außerdem soll die Haltestelle barrierefreier und grüner werden. Das bisherige große Dach wird durch mehrere kleinere Überdachungen ersetzt. Die Stadt will den Bereich damit auch für die Landesgartenschau 2030 aufwerten.
Während der Sperrung erneuern die Stadtwerke zugleich Leitungen für Fernwärme, Abwasser, Strom und Gas. Bevor die neue Haltestelle gebaut werden kann, muss zunächst die bisherige Anlage entfernt werden.
Parallel dazu wird die Wendeanlage am Donaustadion umgebaut. Dort werden auf einer Länge von rund 400 Metern Gleise, Weichen und Gleiskreuzungen ausgetauscht. Auch die Bahnsteige werden verlängert.
Zusätzlich baut die Stadt die Friedrichsaustraße zwischen der Talfinger Straße und dem Staufenring zu einer Fahrradstraße um. Die gleichzeitige Umsetzung der Projekte soll verhindern, dass der Straßenbahnverkehr zu einem späteren Zeitpunkt erneut komplett unterbrochen werden muss.
Bei einigen Fahrgästen sorgt die lange Tram-Pause für Unmut. In sozialen Netzwerken wird unter anderem kritisiert, dass die eingesetzten Ersatzbusse teilweise zu klein seien. Andere sehen den Umbau dagegen positiv. Vor allem das Ehinger Tor gilt seit Jahren als wenig einladend. Durch die Neugestaltung soll der Verkehrsknoten übersichtlicher, barrierefreier und angenehmer werden.
Bis zum 11. September müssen sich Fahrgäste allerdings noch auf längere Fahrzeiten und Änderungen bei den Haltestellen einstellen.