Xavier Naidoo in Ulm "nicht erwünscht"

Der Ulmer SPD-Stadtrat Martin Rivoir hat eine Erklärung im Ulmer Gemeinderat abgegeben. Es geht um den umstrittenen Auftritt von Xavier Naidoo nächstes Jahr im Klosterhof Wiblingen. 

„Xavier Naidoo ist in unserer weltoffenen, demokratischen und solidarischen Stadt nicht erwünscht!“, sagt Martin Rivoir im Namen der drei Fraktionen Grüne, CDU und SPD. Naidoo habe sich immer wieder frauenfeindlich, rassistisch, antisemitisch, fremdenfeindlich und sexistisch geäußert.

Nicht mit „Ulm Internationale Stadt“ vereinbar

Naidoos Äußerungen seien mit dem Grundkonsens der internationalen Stadt Ulm nicht vereinbar. Deshalb soll die Stadt den Auftritt im nächsten Sommer verbieten. Naidoo hätte schon am 25. Juli 2020 ein Konzert im Klosterhof gespielt, das ist aber wegen der Corona-Pandemie auf das kommende Jahr verschoben worden.

Verschwörungstheoretiker Naidoo

Zum Thema Corona-Krise schreibt Martin Rivoir folgendes: Noch vor wenigen Wochen behauptete Herr Naidoo, dass das Corona-Virus eine Verschwörung sei und die Regierung das Virus als tödliche Waffe nutze. Ein hoher Sicherheitsexperte hat kürzlich im „Tagesspiegel“ dazu geäußert, dass ein Risikofaktor bei den Protesten in der Corona-Krise „prominente Zugpferde wie Xavier Naidoo“ seien. Mit ihrer Popularität würden sie die Verbreitung irrationaler Ansichten noch beschleunigen.

Hier die komplette Erklärung

„Um es gleich vorweg klarzustellen: es geht im Falle des Auftritts von Xavier Naidoo nicht um einen Eingriff in die Freiheit der Kunst oder die Meinungsfreiheit. Diese werden durch unser Grundgesetz geschützt und werden nicht angetastet.

Herr Naidoo hat sich in Videos, bei Auftritten, in seinen Songs und bei anderen Veranstaltungen immer wieder eindeutig und unerträglich frauenfeindlich, rassistisch, antisemitisch, fremdenfeindlich und sexistisch geäußert.

Noch vor wenigen Wochen behauptete der Herr, dass das Corona-Virus eine Verschwörung sei und die Regierung das Virus als tödliche Waffe nutze. Ein hoher Sicherheitsexperte hat kürzlich im „Tagesspiegel“ dazu geäußert, dass ein Risikofaktor bei den Protesten in der Coronakrise „prominente Zugpferde wie Xavier Naidoo“ seien. Mit ihrer Popularität würden sie die Verbreitung irrationaler Ansichten noch beschleunigen.

Deshalb und nur deshalb wenden wir uns gegen den Auftritt in Ulm. Wir machen mit dieser Erklärung unmissverständlich klar, dass die Ansichten des Herrn Naidoo mit dem Grundkonsens der internationalen Stadt Ulm nicht vereinbar sind.

Herr Naidoo ist in unserer weltoffenen, demokratischen und solidarischen Stadt nicht erwünscht!“

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