Zahl der Straftaten im Kreis Biberach sinkt

Sicherheitskonferenz des Polizeipräsidiums Ulm im Landkreis Biberach

Die Zahl der Straftaten im Landkreis Biberach sank gegenüber dem Vorjahr deutlich um 1.313 Fälle (-19,1 Prozent). Diese Entwicklung ist im gesamten Gebiet des Polizeipräsidiums Ulm festzustellen (Landkreise Alb-Donau, Biberach, Göppingen, Heidenheim und die Stadt Ulm).

Der Präsident des Polizeipräsidiums Ulm, Polizeipräsident Bernhard Weber und weitere Vertreter des Polizeipräsidiums kamen mit Landrat Dr. Heiko Schmid und Vertretern der Gemeinden im Landkreis Biberach zur Sicherheitskonferenz zusammen. Im Landratsamt Biberach stellte die Polizei dabei die Zahlen aus der Sicherheitsstatistik 2021 speziell für den Landkreis Biberach vor. Im Anschluss fand ein Gespräch über die Zahlen statt.

Die Zahl der Straftaten im Landkreis Biberach sank gegenüber dem Vorjahr deutlich um 1.313 Fälle (-19,1 Prozent). Diese Entwicklung ist im gesamten Gebiet des Polizeipräsidiums Ulm festzustellen (Landkreise Alb-Donau, Biberach, Göppingen, Heidenheim und die Stadt Ulm). „Das ist ein deutlicher Tiefstand im Fünfjahresvergleich. Dieser steht mutmaßlich auch im Zusammenhang mit den reduzierten Kontakten und Kontaktbeschränkungen in der Corona-Pandemie“, erläuterte Polizeipräsident Bernhard Weber bei der Vorstellung der Zahlen. Landrat Dr. Heiko Schmid stellte dazu fest: „Trotz der niedrigeren Zahlen, waren Polizei und Ordnungsämter intensiv gefordert. Neben den zahlreichen Kontrollen im Hinblick auf die Corona-Regeln, war die große Steigerung an Versammlungen durch größtenteils unangemeldete sogenannte Kerzenspaziergänge mitunter herausfordernd.“

Insbesondere bei den Straftaten im öffentlichen Raum reduzierten sich die Fallzahlen im Landkreis Biberach deutlich auf 1.877 Fälle (-23,4 Prozent). Auch in fast allen anderen Deliktsbereichen sind die Fallzahlen geringer als im Jahr zuvor.

Im Vergleich zum Jahr 2020 wurden jedoch 19 Sexualdelikte mehr angezeigt (+10,1 Prozent). Die wenigsten Sexualstraftaten werden im öffentlichen Raum begangen. Im Jahr 2021 waren das 13 der 207 erfassten Fälle (6,3 Prozent). Der überwiegende Teil dieser Straftaten findet in Gebäuden statt.

Hierzu sagte Polizeipräsident Weber: „Die höhere Zahl an Sexualstraftaten ist auch darauf zurückzuführen, dass die Zahlen im Bereich der „Verbreitung pornografischer Schriften“ und beim „Einwirken auf Kinder mittels pornografischer Schriften“ gestiegen sind. Damit ist auch die digitale Verbreitung gemeint, wie beispielsweise das Weiterleiten von Bildern oder Videodateien durch Messenger-Dienste. Wir nehmen hierzu auch wahr, dass die Bevölkerung mittlerweile aufmerksamer ist und denken, dass es auch deshalb zu mehr Anzeigen kommt.“
Landrat Dr. Heiko Schmid betont: „An dieser Stelle ist es wichtig, dass wir vor allem Kinder und Jugendliche bei schulischen oder anderen Gelegenheiten sensibilisieren.“

„Der Rückgang im Bereich der Betrugsdelikte ist unter anderem auf eine Änderung der Fallzählweise zurückzuführen“, so Polizeipräsident Weber. „Auch, wenn die Fallzahlen im Bereich der Betrugsdelikte scheinbar zurückgehen und bereits einiges an Präventionsarbeit geleistet wird, gilt es bei vorgetäuschten „Schockanrufen“ und bei „Enkeltrick-Betrügereien“ weiterhin aufmerksam zu bleiben.“

Die aktuellen strategischen Handlungsfelder des Polizeipräsidiums Ulm sind Gewaltkriminalität sowie Sicherheits- und bedeutende Ordnungsstörungen, Bekämpfung der Betäubungsmittelkriminalität, Straftaten zum Nachteil älterer Menschen und die Bekämpfung von Verkehrsunfällen mit schweren Folgen. Polizeipräsident Weber hält die Präventionsarbeit auch in diesen Bereichen für sehr wichtig. Durch polizeiliche Aufklärung sollen die Bürgerinnen und Bürger vor Straftaten geschützt werden, bevor es zu Schäden kommt. „Ein enger Schulterschluss mit den Kommunen ist dabei immens wichtig“, so Polizeipräsident Weber.

Landrat Dr. Heiko Schmid bedankte sich beim Polizeipräsidenten Bernhard Weber für die gute und gewissenhafte Zusammenarbeit der Polizei mit den Kommunen und dem Landkreis. Sie dient der Sicherheit und dem Wohl der Menschen im Landkreis Biberach.

Bild: v.l. Landrat Dr. Heiko Schmid, Polizeipräsident Bernhard Weber, Leitender Polizeidirektor Karl-Heinz Reiter, Polizeivizepräsident Josef Veser und Erster Kriminalhauptkommissar Martin Busch.

Das könnte Dich auch interessieren

17.04.2026 „Miteinander im Straßenverkehr“: Neu-Ulm startet Verkehrskampagne Für den Auftakt der Kampagne wurde der Petrusplatz in Neu-Ulm gewählt. Weil dort oft viele Verkehrsteilnehmer zusammenkommen und die anliegende Augsburger Straße eine für die Kampagne wichtige Verkehrsader ist, so der städtische Radverkehrsbeauftragte Thomas Gems. Unterstützt wurde er von Oberbürgermeisterin Katrin Albsteiger, der Polizeiinspektion Neu-Ulm sowie dem ADFC-Kreisverband Neu-Ulm. Fokus auf Abstand und gegenseitige Rücksicht 08.04.2026 Muster-Notfalltreffpunkt in Eberhardzell vorgestellt Bürger können dort Notrufe absetzen, Erste Hilfe erhalten und Informationen zur Situation bekommen. Zudem dienen die Treffpunkte als Koordinierungsstelle für freiwillige Helfer und bieten auch psychosoziale Hilfe. Der Standort in der Zehntscheuer entstand im Rahmen einer Workshopreihe zur Stärkung des Bevölkerungsschutzes. Ziel sei es, Städte und Gemeinden krisenfester zu machen, betonte das Landratsamt. Im Ernstfall 26.03.2026 Biberach: Hangsicherung in der Ulmer Straße fast fertig Um die Sicherheit der Anwohner und der darunterliegenden Straße zu erhöhen, lässt die Stadt derzeit ein großflächiges Stahlnetz an der Steilwand installieren. Die Gesamtkosten des Projekts liegen bei rund 800.000 Euro. Besonders ist dabei nicht nur das Ausmaß der Maßnahme, sondern auch die technische Umsetzung: Erstmals kommt in diesem Bereich ein Schutzsystem aus hochfestem Stahldraht 25.03.2026 Stadt Ulm stärkt ihre Krisenfestigkeit Das Geld soll in priorisierte Maßnahmen der Notfallplanung und Gefahrenabwehr fließen. Ab 2028 wird dieser Betrag auf insgesamt eine Million Euro jährlich erhöht, um die Krisen-Projekte weiter auszubauen. Maßnahmen und Projekte In der jüngsten Sitzung des Gemeinderat Ulm haben Stadtverwaltung und Feuerwehr den aktuellen Umsetzungsstand präsentiert und weitere Vorhaben vorgestellt. Ziel ist es, Ulm noch