„Jetzt sieht auch endlich unser ÖPNV nach Stadt aus“, freut sich Laupheims Oberbürgermeister Ingo Bergmann über den ersten Stadtbusverkehr in der großen Kreisstadt. Eigentlich undenkbar, dass eine Stadt mit etwa 23.000 Einwohnern bisher rein über den Regionalbusverkehr an das Busliniennetz angebunden war.
Bereits vor knapp 10 Jahren war die Busanbindung das erste Mal ein Thema im Laupheimer Stadtrat, nach langer Wartezeit können sich die Laupheimer Bürger endlich über einen verlässlichen Busverkehr freuen. Die beiden Busse fahren im 30-Minuten-Takt jeweils in einer Schleife die Nord- und Südseite der Stadt ab. Die Fahrten enden auch nicht am bisherigen Umsteigepunkt „Rabenstraße“, sondern fahren direkt den ZOB an. Die Anbindung zum Stadtbahnhof ist damit deutlich aufgewertet worden. Der Fahrplan sieht Abfahrten von etwa 5:00 Uhr morgens bis kurz vor Mitternacht vor. Auch am Wochenende wird die Stadtbuslinie befahren. Bergmann hofft auf eine bessere Anbindung für alle Laupheimer: „Mit dem neuen Stadtlinienverkehr beginnt für Laupheim eine neue Ära in der Mobilität: klimafreundlich, zuverlässig und sozial. Das ist ein großer Schritt in Richtung Zukunft – für alle Bürgerinnen und Bürger und für unsere Stadt“.
Der Zeitpunkt der Änderung hat mit der Neuvergabe der Nahverkehrsverträge zu tun. Die laufen zum 30. Juni aus, den Zuschlag für das neue Paket bekam die ortsansässige SVL GmbH zusammen mit dem Regionalverkehr Alb-Bodensee. Ab dem 1. Juli läuft dieser Vertrag für 10 Jahre bis Juni 2035. Ein großes Kriterium bei der Vergabe: Klimaneutralität. Daher fahren beide Busse vollelektrisch. Ebenso beim neuen Betreiber enthalten sind die sechs bisherigen Regionalbusse, die nun den Stadtverkehr nicht mehr ausmachen, sondern ergänzen. Landrat Mario Glaser freut sich, dass es im Kreis Biberach in der Mobilität nachhaltig vorangeht. Auch in Ochsenhausen war letztes Jahr der ÖPNV-Betrieb neu vergeben worden, mit dem großen Ziel der nachhaltigen Antriebsarten. Das wird jetzt auch in Laupheim realisiert, die Regionalbusse sind mit dem klimafreundlichen Kraftstoff HVO 100 unterwegs, der aus biologischen Abfällen gewonnen wird. Glaser hofft, dass die Bürger das Angebot rege wahrnehmen werden. Denn: Rechnerisch macht der Landkreis Biberach mit den neuen Linien Verluste. Circa 370.000 Euro kostet das Projekt im Jahr, wie der Landrat überschlägt.
Die neuen Fahrpläne sind bereits in der App und auf der Website vom regionalen Verkehrsbund DING abrufbar.