Ausstellung: Hitler. Ein Hundeleben

Ausstellung Freitag, 30. August - 2019 0:00

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Datum
Freitag - 30.08.2019 - Sonntag - 24.11.2019
00:00 - 23:59

Veranstaltungsort
Stadthaus Ulm

Kategorie


Trivial, provozierend, humorvoll gelingt FLATZ die Enttabuisierung des Reizthemas „Hitler“. Eine Deutsche Dogge, geboren als „Einstein von Bayern“, war der ständige Begleiter des österreichischen Performance-Künstlers FLATZ. Der gebürtige Vorarlberger und Wahl-Münchner nannte seinen Hund „Hitler“. Die Namensgebung des Hundes wie auch die Untertitel der in großer Zahl entstandenen Hundefotos sind provokant; und sie machen die Geschichte witzig, komisch und teilweise trivial. FLATZ: „Ich will zum genauen Hinsehen zwingen […]. Hitler ist immer bei mir, ebenso wie wir den historischen Hitler immer mit uns herumschleppen, weil er Teil unserer Geschichte ist, die – solange sie verdrängt, verklärt oder tabuisiert wird – eben nicht bewältigt ist. Die Dinge zu benennen, befreit vor der Angst, Fehler zu machen.“

Wolfgang Flatz wurde 1952 in Dornbirn geboren. Zunächst absolvierte er eine Ausbildung zum Goldschmied, studierte dann Metalldesign und Goldschmiedekunst und anschließend Malerei bei Karl Fred Dahmen und Günter Frühtrunk. Parallel dazu studierte er Kunstgeschichte an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Seit 1974 tritt er mit Kunstaktionen an die Öffentlichkeit, die in aller Regel extrem sind und auf Provokation zielen. Bekannt wurde Flatz zunächst durch autoaggressive Kunstaktionen, bei denen er seinen eigenen Körper einsetzte. In Stuttgart etwa posierte er 1979 als Dartscheibe, bekleidet nur mit einer Spiegelbrille, und ließ sich vom Publikum mit Pfeilen bewerfen. Die Performance als künstlerische Ausdruckweise begründete sich überhaupt erst mit einer Aktion von FLATZ: Zur Dokumenta 6 (1977) verteilte er Flugblätter mit dem Hinweis, dass er nicht an der Dokumenta teilnehme. Zu den bekanntesten Kulturerzeugnissen jener Jahre gehört die von FLATZ geschaffene deutschlandfahnenfarbende Postkarte mit der Aufschrift FRESSEN/FICKEN/FERNSEHEN.

Er wolle mit seinen Aktionen menschlicher Teilnahmslosigkeit entgegenwirken, sagt FLATZ – bis heute. FLATZ lebt seit 1975 in München, hatte Gastprofessuren in Deutschland (Darmstadt), Österreich (Linz) und der damaligen UdSSR (Leningrad, Moskau und Tiflis) sowie zahlreiche Lehraufträge an europäischen Hochschulen inne. In seiner Heimatstadt Dornbirn hat der Künstler 2009 ein eigenes Museum eingerichtet.

Am 1. September 2019 jährt sich der deutsche Überfall auf Polen, der den Beginn des Zweiten Weltkriegs markiert, zum 80. Mal: Der Anlass, die Serie „Hitler. Ein Hundeleben“ im Stadthaus zu zeigen.

Der Eintritt in die Ausstellung ist frei.

Die Eröffnung findet am 30. August von 19 Uhr bis 21 Uhr statt.



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