Kinonews 15. August: Once Upon a Time in Hollywood

Service Donnerstag, 15. August - 2019 13:29

Vier Jahre nach seinem letzten Film, dem Western „The Hateful Eight“ und 25 Jahre nach seinem Durchbruch für „Pulp Fiction“ ist Quentin Tarantino wieder da – und mit im Gepäck: sein offiziell neunter Kinofilm „Once Upon a Time in Hollywood“! DONAU 3 FM Kinoreporter Paolo Percoco hat sich den Film für euch angesehen:

Die zwei Stunden und vierzig Minuten lange Reise geht 50 Jahre zurück ins Jahr 1969 der Filmmetropole Los Angeles und ist eine Verneigung Tarantinos vor eben dieser Zeit des gesellschaftlichen Umbruchs und der New Hollywood Ära mit Filmen wie zum Beispiel „Easy Rider“, die mit traditionellen Filmklischees brachen, um das alte Hollywood, die goldene Ära, abzulösen.

Gleichzeitig entstanden damals auch die größten Italowestern, wie „Spiel mir das Lied vom Tod“ – im Englischen „Once Upon a Time in the West“ von Regielegende Sergio Leone, der Anfang der 80er übrigens noch „Once Upon a Time in America“ nachlegte. Tarantinos neuer Streich lässt sich in dieser Reihe durchaus als mögliche Vollendung einer Trilogie sehen.

Erstmals gemeinsam auf der Leinwand zu sehen sind Leonardo DiCaprio und Bratt Pitt als Schauspieler Rick Dalton und Stuntdouble Cliff Booth. Beide haben ihre größten gemeinsamen Erfolge bereits hinter sich und versuchen mehr oder weniger verzweifelt an diese anzuknüpfen.

Parallel mischt sich in die fiktionale Geschichte der beiden Freunde die damalige Realität, denn Rick Daltons Nachbarn sind Regisseur Roman Polanski und seine Frau und Schauspielerin Sharon Tate, damals geliebt und gefeiert als Symbol eines wilden neuen Hollywood, das mit der bestialischen Ermordung Tates durch die Manson Family sein jähes Ende fand, das härter kaum sein konnte.

Die Manson Family wird angeschnitten und als das gezeigt, was sie war: ein Rudel junger, rassistisch vollkommen verwirrter Psychopathen, versteckt unter dem Hippie-Peace-Mantel, gegen das System, gegen den Krieg in Vietnam. Hier hauptsächlich verkörpert durch sexy junge Hippie-Girls.

All das bastelt Tarantino, wie immer, gekonnt zu einer runden Geschichte zusammen. Er spielt mit der Erwartungshaltung der Zuschauer und überrascht seine Fans ein weiteres Mal mit verrückten Wendungen, irren Gags und klassischen Tarantino-Dialogen.

In der Mitte hat man das Gefühl, dass sich der Film ein wenig zieht. Mit Gewalt hält sich der Meister im Verlauf der Geschichte diesmal etwas zurück, dafür ist das Ende umso blutiger.

Margot Robbie gibt eine ganz wunderbare Sharon Tate. DiCaprio spielt gewohnt intensiv. Bratt Pitt hat den coolsten Part als Stuntman mit seinem Hund Brandy. Der Pitbull wurde in Cannes übrigens mit dem „Palm Dog Award“ als bester Filmhund ausgezeichnet.

Wir treffen im Film auf Bruce Lee oder Steve McQueen. Dazu sind Tarantino „Allstars“ wie Michael Madsen oder Kurt Russel dabei. Luke Perry ist hier in seiner letzten Rolle zu sehen. Bruce Dern spielt mit. Der große Al Pacino hat eine Nebenrolle. Und Ausstattung, Kostüm, Maske, Ton, Bild… hier haben alle Departements rund um Autorenfilmer Tarantino wieder ganz großartige Arbeit geleistet.

Fazit: Muss man gesehen haben! Allerdings sollte man mit den Hintergründen dieser Zeit zumindest ein bisschen vertraut sein.

Foto: Sony Pictures

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