Kinonews 15. Mai: Greta

Service Mittwoch, 15. Mai - 2019 14:41

Ehrlichkeit wird normalerweise belohnt. Außer im Kino. Da kommt der Finder schon mal in Schwierigkeiten, wenn er oder sie was zurückgeben will. Sowas passiert auch im Film „Greta“. Schlaumeier und Film-Experte Marcus Oesterle weiß, ob sich der Streifen lohnt.

Greta ist tatsächlich völlig durchgeknallt. Diese von der legendären Isabelle Huppert dargestellte Mitt-60erin hat sich einen perfiden Trick ausgedacht hat, um Leute „kennenzulernen“. Sie lässt absichtlich ihre Tasche im Zug liegen, in der Hoffnung, dass sie jemand findet und ihr bringt. Mit der Person versucht sie sich dann anzufreunden. Ihr aktuelle Opfer ist die junge Frances, gespielt von Chloe Grace Moretz. Die hat vor kurzem ihre Mutter verloren und lässt sich von Gretas Charme als möglicher Mama-Ersatz einlullen. Das stellt sich aber schnell als großer Fehler raus. Denn schon bald stößt Frances auf eine unfassbare Entdeckung und will jeglichen Kontakt mit Greta abbrechen. Blöd nur, dass diese es anders sieht und Francis auf Schritt und Tritt verfolgt. Doch nicht nur das – sie will noch mehr. Es geht so weit, dass sie Chloe einmal verfolgt und sie einfach nur stundenlang krankhaft anstarrt.

Die ersten zwei Drittel fand ich stellenweise tatsächlich gelungen. Das liegt vor allem daran, weil Frances sich schon früh zur Wehr setzt und nicht in der Opferrolle steckenbleibt. Chloe Grace Moretz spielt das Ganze auch überzeugend und nachvollziehbar, hat mit Isabelle Huppert aber auch eine dankbare Antagonistin. Wenn Die ihren bösen Blick aufsetzt, dann kann man schon mal kurz zusammenzucken. Leider kommt dann das Finale und da wird dieses schöne Haus aus Spannung und altmodischem Psychothriller, was zuvor aufgebaut wurde, brachial mit der Klischeeabrissbirne eingerissen. Das fand ich tatsächlich schade, weil erstens: Die beiden Damen ihre Rollen richtig gut spielen und zweitens : Der Film auch sehr ansprechend inszeniert ist. Ich geb 2,5 von 5 Punkten, weil das vorhersehbare Ende leider zu viel kaputt macht.

„Greta“, jetzt im Kino.


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