Natürlich natürlich – Ist das wirklich so?

Service Dienstag, 23. Juli - 2019 12:42

Der Bambusbecher – ein Naturprodukt?

 

Coffee to go Becher gibt es genügend, denn viele möchten auf ihren Kaffee im Gehen nicht verzichten. Der Bambusbecher ist seit einigen Jahren sehr bekannt und bei den Nutzern beliebt. Es erweckt den Anschein, dass man ein Naturprodukt erworben hat. „Aus Bambusfasern“ – das stimmt so nicht ganz. Denn aus reinen Bambusfasern lässt sich noch keinen Becher herstellen.

Der Becher besteht aus fein zermahlenen Bambusfasern, die mit einem Klebstoff miteinaner verbunden werden. Stiftung Warenfest untersuchte unterschiedliche Bambusbecher im Labor. Dort fanden sie in allen Bechern Melaminharz. Dieser Klebstoff setzt sich aus Formaldehyd und Melamin zusammen. Im Grunde gilt dieser als ungefährlich, wenn der Inhalt unter 70 Grad Celsius bleibt.

In den Untersuchungen füllte Stiftung Warentest Flüssigkeit in die Becher und hielt diese auf 70 Grad Celsius. In vier von zwölf Bechern wurde nach der dritten Befüllung ein hoher Gehalt von Melamin, in drei weiteren nach der siebten Befüllung festgestellt. Ebenso wurde auch Formaldehyd in hohen Mengen in der Flüssigkeit festgestellt. Auch nach längerer Nutzung gelangen diese Stoffe noch in die Flüssigkeit.
Melamin kann Erkrankungen im Blasen- und Nierensystem hervorrufen und Formaldyhyd reizt die Haut, die Atemwege oder die Augen.

Es wird geworben mit: „biologisch abbaubar“, „schont die Umwelt“, oder „der umweltfreundliche Becher“. Diese Aussagen treffen aber nur für reinen Bambus zu. Denn tatsächlich kann der kunststoffhaltige Becher nicht verrotten, sondern muss verbrannt werden.

Vorsicht! Die Becher dürfen nicht in die Mikrowelle, da die Oberfläche des Bechermaterials zerstört wird. So gelangen die beiden Stoffe ins Getränk.

 

Waschkastanien und Waschnüsse

 

Stiftung Warentest führte auch hierzu Untersuchungen durch, indem sie Wasch­nuss­schalen von Cliir Nature und das Ross­kastanien-Granulat von Natur Gut mit einem herkömmlichen Colorwaschmittel verglichen.

Das Ergebnis ist klar und ganz eindeutig:

  • Die Wäsche vergraut
  • Flecken lassen sich kaum bis gar nicht entfernen
  • Riecht unangenehm
  • Teurer als ein Colorwaschmittel

Waschnüsse und –kastanien sind zwar Naturprodukte, aber dennoch nicht ökologischer als ein Waschmittel. Nutzer waschen womöglich öfter, da die Kleidungsstücke nicht sauber werden. Das hat zur Folge, dass der Strom- und Wasserverbrauch steigt. Die Maschine kann zudem schnell verkalken, da die Mittel keine Wasserenthärter enthalten. Das Vergrauen der Wäsche führt vermutlich zu einem höheren Verschleiß von Kleidung – es wird mehr entsorgt und mehr neue Textilien werden produziert.


Das könnte Sie auch interessieren:


Tags: