AKW-Brennelement defekt?

Im schwäbischen Kernkraftwerk Gundremmingen ist vermutlich erneut ein Brennelement defekt.




Wie der Energiekonzern RWE am Mittwoch berichtete, habe es bei der Betriebsüberwachung des Reaktorkerns Hinweise auf solch einen Defekt gegeben. Deswegen werde das Atomkraftwerk am 30. Oktober außerplanmäßig heruntergefahren.

Immer wieder Defekte

In der Vergangenheit gab es immer wieder Brennelementedefekte in dem Kraftwerk im Landkreis Günzburg. Zuletzt wurde im Frühjahr für die Suche eines solchen Schadens Block C ausgeschaltet. Nachdem im Sommer dann die planmäßige Revision erfolgte, muss der Meiler nun erneut vom Netz genommen werden. Die Arbeiten werden nach Angaben einer Kraftwerkssprecherin etwa vier Wochen dauern. In dieser Zeit sollen auch Wartungsarbeiten vorgezogen werden, die eigentlich erst für 2021 geplant waren.

Diese Folgen kann der Defekt haben

Bei einem Brennelementedefekt kann Radioaktivität in das Kühlwasser des Reaktors gelangen. «Das Kraftwerk ist für das Auftreten von Brennelementdefekten ausgelegt», sagte Kraftwerkssprecherin Christina Kreibich. Spezielle Rückhaltesysteme sorgten in diesem Fall für einen sicheren Betrieb. «Ein Brennelementdefekt hat keine radiologisch messbaren Auswirkungen auf die Umgebung.»

Atomkritiker sind besorgt

Atomkritiker betrachten Gundremmingen hingegen als besonders unsicher und fordern bereits lange die vorzeitige Stilllegung. Block B des Kernkraftwerks war Ende 2017 planmäßig nach 33 Jahren vom Netz gegangen. Gundremmingen war der letzte Atom-Doppelstandort mit zwei aktiven Reaktoren in Deutschland. Der verbliebene Block C darf nach dem Atomausstiegsplan noch bis Ende des kommenden Jahres weiterbetrieben werden.

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