Die Zeit zwischen Weihnachten und Dreikönig ist für viele von uns in Schwaben eine ganz besondere. Es wird still, die Natur zieht sich zurück und wir alle spüren die Ruhe, die Einkehr und die Besinnung. Für viele ist dies der Anlass, vielleicht habt ihr’s schon gehört oder praktiziert es selbst, der sogenannten Rauhnächte. Falls euch der Begriff noch nicht bekannt ist, gibt es hier ein paar Infos für Euch.
Die Rauhnächte sind die 12 magischen Nächte zwischen Weihnachten, also dem 24. Dezember und Heilig Dreikönig, dem 06. Januar. Eine Art Übergangszeit, in der das Alte des vergangenen Jahres vergeht und das Neue noch nicht begonnen hat. Viele nutzen diese Zeit zur Reflektion, zur Inneren Reinigung und zur Meditation. Es ist quasi der perfekte Zeitpunkt, um das Jahr achtsam zu beenden, Ordnung zu schaffen und ganz bewusst und mit klaren Gedanken ins neue Jahr zu starten.
Wichtig ist, vor dem Beginn der Rauhnächte nochmal ordentlich aufzuräumen, nicht nur das Zimmer oder die Wohnung, sondern auch den Kopf: offene Angelegenheiten klären, offenen Rechnungen bezahlen, Ausgeliehenes zurückgeben und natürlich, wenn ihr möchtet, euch Utensilien wie Räucherstäben etc. besorgen, das spielt nämlich auch eine Rolle.
Grundsätzlich gibt es verschiedene Rituale: das schon erwähnte Räuchern, das kann dabei helfen, Altes aus Räumen, Körper und Geist zu lösen und sich für Neues zu öffnen. Dann die Klangrituale mit den Klangschalen – für die Zeit der Stille und des Rückzugs, das Führen eines Tagebuchs mit Notizen und Impulsen. Ihr könnt eure Träume deuten und ein beliebtes Ritual ist auch das 13-Wünsche-Ritual. Ihr verbrennt in jeder Nacht einen Wunsch und schickt in quasi ins Universum. Der Wunsch der übrig bleibt, an dem müsst ihr selbst arbeiten.
Eine Rauhnacht kann ganz individuell stattfinden. Es gibt keine speziellen Vorgaben. Ihr solltet nur beachten, dass ihr das richtige Thema zum richtigen Tag auswählt. Beim Durchführen ist es von Vorteil ungestört zu sein, das heißt Handy weg, jeglichen Lärm verringern. So könnt ihr euch vollkommen auf eure Rauhnacht konzentrieren. Jede neue Rauhnacht startet erst, sobald der nächste Tag offiziell startet, also um 0 Uhr. Was die Dauer der Rauhnacht angeht, könnt ihr selbst für euch entscheiden, ob das Ritual 10 Minuten, 30 Minuten oder länger geht.
Die 12 Rauhnächte stehen jeweils für einen der 12 Monate im nächsten Jahr und jede Rauhnacht hat ein eigenes Thema:
Januar:
Nacht vom 24. – 25. Dezember 2025: Rückblick des vergangenen Jahres, um Altes loszulassen.
Februar:
Nacht vom 25. – 26. Dezember 2025: Man kommt zur Ruhe, um inneren Frieden zu finden.
März:
Nacht vom 26. – 27. Dezember 2025: Man öffnet sein Herz für sich selbst und andere.
April:
Nacht vom 27. – 28. Dezember 2025: Man hat Vertrauen in die eigene Intuition und innere Weisheit.
Mai:
Nacht vom 28. – 29. Dezember 2025: Selbstfürsorge und Genuss stehen an der ersten Stelle.
Juni:
Nacht vom 29. – 30. Dezember 2025: Freundschaften und Beziehungen stehen im Fokus: man soll nachdenken, ob man einer Person vergeben kann, aber auch die Heilung in Beziehungen ist wichtig.
Juli:
Nacht vom 30. – 31. Dezember 2025: die eigenen Gefühle wahrnehmen und annehmen.
August:
Nacht vom 31. Dezember 2025 bis 01. Januar 2026: Die Neujahresvorsätze werden gesetzt. Welche Visionen und Ziele stehen den für das neue Jahr an?
September:
Nacht vom 01. – 02. Januar 2026: Es werden alle Vorsätze sortiert und Prioritäten für das neue Jahr gesetzt.
Oktober:
Nacht vom 02. – 03. Januar 2026: Die Achtsamkeit für den gegenwärtigen Moment soll entwickelt werden.
November:
Nacht vom 03. – 04. Januar 2026: Mehr Dankbarkeit zeigen, also dankbar sein, für das was ist.
Dezember:
Nacht vom 04. – 05. Januar 2026: Die Erkenntnisse und Sinn der Rauhnächte sollen erkannt und integriert werden.