B30 Oberessendorf: Berauschte Fahrer und manipulierte Autos aus dem Verkehr gezogen

An der Bundesstraße 30 bei Oberessendorf fand eine großangelegte Polizeikontrolle statt.

An der Bundesstraße 30 bei Oberessendorf fand eine großangelegte Polizeikontrolle statt. Am Mittwochnachmittag kontrollierten Beamte des Polizeipräsidiums Ulm den Reiseverkehr. Anlass war die Anreise zur Messe „Tuning World Bodensee“. Die Aktion diente auch als Schulung für Polizisten. Sie richtete sich gegen Drogen im Straßenverkehr und illegales Tuning.

Die Kontrollstelle war auf einem Schotterplatz eingerichtet. Das Technische Hilfswerk stellte Zelte und Strom zur Verfügung. In einem Zelt konnten Durchsuchungen und Blutentnahmen durchgeführt werden. Eine Polizeiärztin und ein  Rettungssanitäter nahmen vor Ort Blutproben. Diese dienten als gerichtsverwertbare Beweismittel. Fahnder prüften mit Laptops und Scannern Dokumente. So konnten sie die Echtheit überprüfen und Personendaten abfragen.

Die Polizisten beobachteten den fließenden Verkehr. Auffällige Fahrzeuge und Fahrer wurden herausgewunken. Mehrere Streifenwagen und Motorräder waren im Umfeld unterwegs. Sie sammelten Fahrzeuge ein, die der Kontrolle ausweichen wollten. Dabei gerieten nicht nur getunte Autos in den Fokus. Auch auffällige Fahrer wurden überprüft. Polizeihunde fanden mehrfach Drogen in den Fahrzeugen. Teilweise lagen sie offen in der Mittelkonsole. Manchmal waren sie auch im Gepäck versteckt.

Vielfältige Verstöße aufgedeckt
Ein BMW aus Berlin wurde gestoppt. Eine Familie war auf dem Weg in den Urlaub. Die Tochter saß ohne den nötigen Kindersitz auf der Rückbank. Die Weiterfahrt wurde untersagt. Erst nach Besorgung eines Kindersitzes durften sie weiter. Ein Ford mit vier Handwerkern fiel ebenfalls auf. Schon bei der Einfahrt hielten die Mitfahrer Bierflaschen in den Händen. Im Auto wurde an zwei Stellen Cannabis gefunden. Der Ford musste stehen bleiben. Alle Insassen waren alkoholisiert, standen unter Drogen oder hatten keine Fahrerlaubnis. Sie mussten sich abholen lassen.

Andere Autofahrer riefen Freunde oder Bekannte an. Auch der Fahrer eines Kurierdienstes war betroffen. Sein Vorgesetzter musste mit einem Ersatzfahrer kommen. So konnte auch die Ladung weitertransportiert werden. Die Atmosphäre bei der Kontrolle war überwiegend freundlich. Die meisten Kontrollierten blieben gelassen. Es wurde auch gelacht und über die Fahrzeugtechnik diskutiert. Eine Gruppe Motorradfahrer nutzte die Kontrolle für eine Pause. „Kann man wenigstens zum Rauchen nutzen“, sagte einer der Fahrer.

Tuning-Szene im Visier
Ein hochmotorisierter BMW war auf dem Weg zur Tuning-Messe. Er sollte dort als Ausstellungsfahrzeug dienen. Den Polizisten kamen einige Eintragungen in den Papieren merkwürdig vor. Die Papiere passten nicht zu den verbauten Rädern. Auch andere Anbauteile waren nicht korrekt vermerkt. Ein Gutachter bestätigte vor Ort den Verdacht. Das Fahrzeug wurde zur technischen Begutachtung in eine Werkstatt gebracht. Ein weiterer BMW wurde ebenfalls in eine Werkstatt eskortiert. Dort sollte das Steuergerät auf Manipulationen überprüft werden.

„Leider müssen wir immer wieder Fahrzeuge aus dem Verkehr ziehen, die falsche Umbauten haben“, erklärte Thomas Hagel, Pressesprecher des Polizeipräsidiums Ulm. Er betonte, dass die meisten Tuning-Fans sich an die Vorschriften halten. Aber es gebe eben auch Ausnahmen. Die Kontrollen seien notwendig, um die Verkehrssicherheit zu gewährleisten. Die Aktion war Teil einer zweitägigen Fortbildung. „Heute sind hauptsächlich die Kollegen von der Verkehrspolizei im Einsatz“, so Hagel. Diese Spezialisten seien geschult, Mängel und Verstöße schnell zu erkennen. Die Großkontrolle diene auch dem internen Informationsaustausch der Polizei. Weitere Kontrollen dieser Art sind geplant. Sie sollen im normalen Streifendienst und bei ähnlichen Anlässen stattfinden.

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