Die einzelne Patientin im Fokus – Frauenklinik Ulm informiert über neue Behandlungsmethoden

Die Patientin im Fokus

Die Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe am Universitätsklinikum Ulm (UKU) setzt neue Maßstäbe in der personalisierten Brustkrebsbehandlung.

Wann immer eine Patientin die Erstdiagnose von Brustkrebs bekommt, ist sie nachvollziehbar erschrocken, denkt natürlich gleich, dass sie daran versterben wird. Das liegt zum einen daran, dass immer wieder Prominente früh an Brustkrebs versterben und das sehr medienwirksam wahrgenommen wird und zum anderen: Brustkrebs ist die häufigste Krebsererkrankung bei Frauen. Nichtsdestotrotz ist Brustkrebs mittlerweile zu 90 % heibar, das bedeutet in 9 von 10 Fällen geht es gut aus. Prof. Dr. Wolfgang Janni – Ärztlicher Direktor der Frauenklinik.

Mit einem umfasssenden Therapieansatz, der auf modernsten wissenschaftlichen Erkenntnissen basiert und die individuellen Bedürfnisse jeder Patientin in den Mittelpunkt stellt, gelingt es den Ulmer Expertinnen und Experten, Lebensqualität und Therapieerfolg gleichermaßen zu verbessern.

Die INSEMA-Studie

Ein Meilenstein in der modernen Behandlung des frühen Brustkrebses ist die INSEMA-Studie, an der Ulmer Mediziner*innen maßgeblich beteiligt waren. Die Ergebnisse ermöglichen es, bei ausgewählten Patientinnen vollständig auf die operative Entfernung der Lymphknoten in der Achselhöhle zu verzichten – ohne Einbußen bei der onkologischen Sicherheit. Das reduziert Komplikationen wie Lymphödeme oder Bewegungseinschränkungen und verbessert damit langfristig die Lebensqualität der Betroffenen.

Das heißt, wir können der Frau einen zusätzlichen Schnitt ersparen und auch Nebenwirkungen, die dadurch entstehen (z.B. längere OP-Zeiten oder Probleme mit dem Arm) fallen weg. In ganz vielen ausgewählten Fällen (Tumor kleiner als 2cm, Frau muss über 50 sein, kein aggressiver Krebs) können wir also besten Gewissens darauf verzichten den Lymphknoten zu entfernen. Das ist schonener und wirksamer für die Betroffenen, so Dr. Kristina Veselinovic, Oberärztin und Leiterin Tumorrisikosprechstunde in der Frauenklinik Ulm.

Weitere innovative Behandlungsmethoden

Neben dieser Deeskalation in der Chirurgie kommen im Ulmer Brustzentrum weitere innovative Verfahren zum Einsatz: Neue Markierungstechniken verkürzen die Operationsdauer und verringern die Zahl notwendiger Eingriffe. In der Mammachirurgie steht für jede Patientin ein individuelles Therapiekonzept bereit – vom brusterhaltenden Eingriff bis zur rekonstruktiven Operation. Die Therapien werden hierbei stets in einem personalisierten Therapiekonzept interdisziplinär geplant und begleitet.

Auch bei der medikamentösen Therapie verfolgt die Universitätsfrauenklinik Ulm einen klar personalisierten Ansatz. Moderne genomische Tests ermöglichen eine präzise Risikoeinschätzung, sodass Chemotherapien nur dann eingesetzt werden, wenn sie medizinisch notwendig sind. Patientinnen erhalten darüber Zugang zu einem breiten Studienangebot, darunter auch Projekte zur Nebenwirkungsreduktion und integrativen Betreuung, etwa bei Chemotherapie-induzierter Polyneuropathie.

Ein weiterer wichtiger Baustein: Die intraoperative Radiotherapie (IORT), bei der eine gezielte Bestrahlung direkt während der Operation erfolgt – eine besonders schonende Option, insbesondere für ältere Patientinnen mit niedrigem Rückfallrisiko.

Ganzheitliches Betreuungsangebot und Breast Care Nurses

Ein Alleinstellungsmerkmal des Ulmer Brustzentrums ist das ganzheitliche Betreuungskonzept, das weit über die medizinische Versorgung hinausgeht. Speziell geschulte Breast Care Nurses begleiten die Patientinnen im engen persönlichen Austausch durch alle Phasen der Therapie – von der Diagnose bis zur Nachsorge.

Letztere wird aktuell im Rahmen der vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten SURVIVE-Studie neu gedacht. Das Ulmer Team entwickelt ein modernes, risikoadaptiertes Nachsorgekonzept, das auf individuell abgestimmte Kontrollen und modernste Methoden wie die sogenannte Liquid Biopsy setzt. Ziel ist es, mögliche Rückfälle frühzeitig zu erkennen und die Behandlung noch gezielter zu steuern, um somit den Verlauf der Erkrankung zu verbessern.

Die Universitätsfrauenklinik Ulm bündelt in ihrem Brustzentrum medizinische, pflegerische und wissenschaftliche Kompetenz unter einem Dach. Von der Diagnose über die operative und medikamentöse Therapie bis hin zur Nachsorge – stets steht die einzelne Patientin mit ihren Bedürfnissen und ihrer Lebensrealität im Zentrum des Handelns.

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