In der Region fehlen aktuell rund 8.000 Fachkräfte. Das geht aus dem aktualisierten Fachkräftemonitor der IHK Ulm hervor. Damit ist die Zahl der unbesetzten Stellen etwa ein Viertel niedriger als noch in der Vorjahresprognose.
Ein Grund für den Rückgang ist allerdings nicht, dass plötzlich mehr Fachkräfte zur Verfügung stehen. Die schwache wirtschaftliche Entwicklung sorgt laut IHK vielmehr dafür, dass einige Unternehmen derzeit weniger Personal benötigen. Die durchschnittliche Arbeitslosenquote in der Region lag im ersten Halbjahr 2026 bei 3,4 Prozent und damit etwas höher als ein Jahr zuvor.
Langfristig dürfte sich der Fachkräftemangel wieder deutlich verschärfen. Der Fachkräftemonitor rechnet damit, dass bis zum Jahr 2035 rund 13.500 Stellen in der Region nicht besetzt werden können. Das wären etwa 70 Prozent mehr als derzeit. Als wichtigen Grund nennt die IHK die demografische Entwicklung: In den kommenden Jahren gehen viele Beschäftigte in den Ruhestand.
Besonders groß ist die Lücke bei Menschen mit einer abgeschlossenen Berufsausbildung. Von den für 2035 erwarteten unbesetzten Stellen entfallen rund 8.200 auf beruflich qualifizierte Fachkräfte. Hinzu kommen gesuchte Meister, Techniker, Fachwirte und andere beruflich Fortgebildete. Akademiker machen einen deutlich kleineren Teil der erwarteten Lücke aus.
Eine besonders große Rolle spielt laut Berechnung die Zuwanderung. Im Basisszenario geht der Fachkräftemonitor deutschlandweit von einer jährlichen Nettozuwanderung von 200.000 Menschen aus. Für ein Vergleichsszenario wurde berechnet, was passieren würde, wenn es künftig überhaupt keine Nettozuwanderung mehr gäbe.
In diesem Fall könnten in der Region Ulm bis 2035 knapp 24.000 Stellen unbesetzt bleiben – rund 10.500 mehr als im Basisszenario. Besonders betroffen wären Verkehrs- und Logistikberufe sowie medizinische Gesundheitsberufe.
Für Unternehmen bedeutet der Fachkräftemangel konkret, dass Aufträge teilweise nicht angenommen oder Dienstleistungen nicht im gleichen Umfang angeboten werden können. Deshalb bleibt die Suche nach qualifizierten Mitarbeitern trotz der aktuellen Entspannung ein wichtiges Thema für die Betriebe in der Region.