Schlechte Aussichten für den Arbeitsmarkt in Bayerisch-Schwaben! Die Wirtschaft erholt sich nur langsam und zahlreiche Unternehmen planen weiterhin Stellen abzubauen. Das zeigt die aktuelle Konjunkturumfrage der IHK Schwaben.
Von 777 befragten Unternehmen wollen 22 Prozent in den kommenden Monaten Personal abbauen. Nur zwölf Prozent planen, neue Stellen zu schaffen. In der Industrie denkt sogar jedes vierte Unternehmen über einen Stellenabbau nach.
Zwar hat sich die Stimmung in den Unternehmen seit dem Frühjahr leicht verbessert, von einem echten Aufschwung ist aber noch keine Rede. Der IHK-Konjunkturindex ist um drei Punkte auf 105 gestiegen. Das zeigt zumindest Wachstum, damit liegt er aber weiterhin deutlich unter dem Zehnjahresdurchschnitt von 113 Punkten.
Besonders schwierig ist die Lage im Einzelhandel, im Baugewerbe sowie im Reise- und Gastgewerbe. Etwas besser läuft es dagegen bei den Dienstleistern und in Teilen der Industrie. Dort sorgen vor allem Aufträge aus dem Ausland für Hoffnung.
Neben dem drohenden Stellenabbau könnten auch die Preise weiter steigen. Laut IHK planen 51 Prozent der befragten Unternehmen Preiserhöhungen oder rechnen mit steigenden Verkaufspreisen.
Als größte Probleme nennen die Unternehmen die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen, hohe Energie- und Rohstoffpreise sowie die schwache Nachfrage im Inland. Auch bei Investitionen bleiben die Betriebe vorsichtig. Nur 22 Prozent wollen ihre Investitionsausgaben im Inland erhöhen. Weitere 15 Prozent planen überhaupt keine Investitionen.
Die IHK Schwaben fordert deshalb von der Bundesregierung konkrete Maßnahmen, um die Wirtschaft wieder anzukurbeln. Dazu gehören unter anderem weniger Bürokratie, niedrigere Energiekosten und Reformen bei den Sozialversicherungen. „Die leichte Aufhellung reicht für einen Aufbruch nicht aus“, erklärt IHK-Vizepräsidentin Dorothee Buhmann. Ohne bessere Rahmenbedingungen befürchtet die IHK, dass Unternehmen weiterhin zu wenig investieren und Arbeitsplätze verloren gehen.