Illertissen: Deutsche Tochter des Moskauer Pharmakonzerns R-Pharm pleite

Lange Historie

Der Ukraine-Krieg zieht wirtschaftliche Folgeschäden bis ins Allgäu nach sich.

Die deutsche Tochter des russischen Medikamentenherstellers R-Pharm hat Insolvenz angemeldet. Hauptgrund sind nach Angaben des vorläufigen Insolvenzverwalters Markus Fröhlich die im Zuge des Ukraine-Kriegs verhängten Sanktionen der EU und die russischen Gegenmaßnahmen, die Kunden und Geschäftspartner verunsichert und sich negativ auf die Geschäftsentwicklung ausgewirkt hätten. Die in Illertissen ansässige R-Pharm Germany hat 300 Mitarbeiter, der Betrieb läuft nach Angaben des Anwalts eingeschränkt weiter. Fröhlich hofft auf einen Investor, der das Unternehmen übernehmen könnte.

Das Unternehmen hat eine lange Historie: 1860 wurde die Produktion in Illertissen vom Ulmer Unternehmer Heinrich Mack eröffnet, in den ersten Jahrzehnten stellte die Fabrik Seife und Drogerieartikel her – bekanntestes Produkt war das noch in der Nachkriegszeit weit verbreitete «Kaiser Borax». Anfang der 1970er Jahre übernahm der US-Pharmakonzern Pfizer den Standort, 2014 dann R-Pharm.

Kunden in 150 Ländern

Heute vertreibt das Unternehmen nach Angaben auf der Firmenwebseite Arzneimittel und Nahrungsergänzungsmittel an 150 Kunden rund um die Welt. «Das sind grundsätzlich gute Voraussetzungen für eine Sanierung, wenngleich die Ausgangssituation sicherlich nicht einfach ist», schrieb der vorläufige Insolvenzverwalter. In der Mitteilung des Juristen war auch die Gewerkschaft IG BCE zitiert, derzufolge die beiderseitigen Sanktionen dazu führten, dass es keinen gesicherten Geldfluss der in Moskau sitzenden Muttergesellschaft nach Illertissen mehr gab.

Während der Corona-Pandemie wollte R-Pharm in Illertissen eigentlich eine Produktion des russischen Impfstoffs Sputnik aufbauen, doch die Pläne zerschlugen sich.

Das könnte Dich auch interessieren

20.05.2026 Wirtschaftsregion Günzburg/Neu-Ulm: Mit Förderung in die Zukunft Das Projekt „Resilienzregion Günzburg/Neu-Ulm“ erhält ab 2026 eine Förderung des Bundes in Höhe von 448.000 Euro. Das Geld kommt aus dem Programm „RegioStrat“ des Bundesministeriums für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen. Die Regionalmarketing Günzburg GbR hatte den Antrag gestellt und im Januar 2026 den Zuschlag bekommen. Bundesweit werden lediglich 12 Vorhaben gefördert. Am 5. Mai hat 04.05.2026 Neu-Ulm: IHK Schwaben greift der Kommunalpolitik unter die Arme Mit dem Start der neuen kommunalen Amtszeit am 1. Mai rückt die IHK Schwaben die Standortbedingungen in Neu-Ulm in den Fokus. Aus Sicht der regionalen Wirtschaft stehen vor allem Bildung und Fachkräfte-Sicherung, schnellere Verwaltungs-Verfahren, lebendige Innenstädte und Flächen-Entwicklung sowie leistungsfähige Verkehrs-Anbindungen auf der Agenda. Die Regionalversammlung Neu-Ulm der IHK Schwaben bietet den neu gewählten kommunalen 25.11.2025 Über 128 Millionen Euro aus Bundes-Sondervermögen für die Region Ulm Ziel ist es, Infrastrukturprojekte in der gesamten Region zu stärken und Investitionen langfristig abzusichern. Verteilung der Gelder in die Kommunen Für die Stadt Ulm stehen damit über 28 Millionen Euro für Aufgaben als Stadtkreis sowie weitere 65,7 Millionen Euro für kommunale Aufgaben zur Verfügung. Auch die umliegenden Gemeinden profitieren von den Mitteln: Balzheim: 1.520.064,28 Euro 31.10.2025 Bayerisch-Schwaben: Ausbildungsangebot übersteigt weiter die Nachfrage Die Zweigstelle Donauwörth ist auch für die Landkreise Neu-Ulm und Günzburg zuständig. Insgesamt meldeten die Betriebe im Berichtsjahr 2024/2025 4.644 Ausbildungsstellen – ein Plus von neun Prozent gegenüber dem Vorjahr. Davon waren zum Stichtag Ende September noch 711 unbesetzt, etwa 200 weniger als im Jahr zuvor. Auf 56 Jugendliche ohne Lehrstelle kommen damit rechnerisch acht