Inklusion in Ulm: Beratungsbedarf steigt – Jahresbericht 2025 vorgelegt

Barrieren

Der Beratungsbedarf rund um Inklusion in Ulm steigt: Der städtische Inklusionsbeauftragte Oliver Arnold und sein Team haben 2025 insgesamt 116 Anliegen bearbeitet – rund zwölf Prozent mehr als im Vorjahr. Häufige Themen waren Barrieren im öffentlichen Raum, den Schwerbehindertenausweis beantragen und barrierefreies Wohnen.

Der Beratungsbedarf rund um Inklusion in Ulm wächst weiter. Der städtische Inklusionsbeauftragte Oliver Arnold und sein Team bearbeiteten 2025 insgesamt 116 Anliegen von Betroffenen – rund zwölf Prozent mehr als im Vorjahr.

Maßnahmen für Barrierefreiheit

Die Ulmer Stelle für Inklusion gibt es seit 2016. Arnold, einer der dienstältesten Behindertenbeauftragten Deutschlands, berät Stadtverwaltung und Gemeinderat zu Maßnahmen für Barrierefreiheit. Dazu zählen etwa der Abbau baulicher Hindernisse an Straßenkreuzungen, Schulen und Behörden, die Nutzung leichter Sprache, Assistenzhunde, Gebärdensprache und Blindenschrift.

Unterstützt wird er mittlerweile von Jamila Schönsiegel und Denis Spill. Ein Schwerpunkt des Teams liegt auf der unabhängigen Vertretung von Betroffenen gegenüber der Verwaltung als Ombudsstelle. Neben Problemen bei der Beantragung des Schwerbehindertenausweises waren Barrieren im öffentlichen Raum, Behindertenparkplätze, barrierefreie Wohnungen, Jobangebote sowie Kultur- und Sportmöglichkeiten die häufigsten Anliegen.

Erstmals Fälle von Diskriminierung

Erstmals wurden auch Fälle von Diskriminierung von Menschen mit Behinderung dokumentiert. Arnold betont, dass es hier in Ulm noch kein passendes Hilfsangebot gibt und Verweise nur an Fachstellen in Tübingen möglich sind.

Mit dem Fachtag „Nett hier… aber haben Sie schon mal barrierefrei gewohnt?“ sensibilisierte die Stelle Investoren und Eigentümer für barrierefreies Bauen. Tipps zu finanzieller Förderung und eine Ausstellung lokaler Handwerksbetriebe ergänzten die Veranstaltung.

Kreative Workshops zeigten spielerisch, wie Barrieren überwunden werden können – etwa durch sogenannte „Brickrampen“, die Stufen für Rollstuhlfahrende passierbar machen. Ein Motivwettbewerb gegen missbräuchliche Nutzung von Behindertenparkplätzen brachte über 70 Einsendungen hervor; die Siegerdesigns werden als Postkarten gedruckt.

In Kooperation mit dem Projekt „Smart City“ wurden digitale Lösungen getestet, darunter die „LocID“, die Menschen mit Sehbehinderung über Bluetooth den Pilotton einer Ampel zugänglich macht. Also insgesamt bewegt sich einiges, aber das kann man weiterhin nur als Anfang verstehen.

Der Jahresbericht 2025 ist unter behinderung.ulm.de abrufbar. Er liegt auch in einfacher Sprache und als Hörfassung vor.

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