Landwirte wegen leidender Kühe verurteilt

Verletzt, abgemagert, im eigenen Kot liegend: In den Kuhställen eines Milchviehhofs im Allgäu herrschten monatelang unhaltbare Zustände. Drei Landwirte mussten deswegen vor Gericht und nun sind die Urteile gefallen.




Im ersten Prozess zum Allgäuer Tierschutzskandal sind drei Landwirte am Landgericht Kempten zu Bewährungsstrafen verurteilt worden.

Für die Verantwortlichen des Familienbetriebs, ein Ehepaar und seinen erwachsenen Sohn, seien die Strafen von einem Jahr und drei Monaten bis zu einem Jahr und acht Monaten «angemessen und ausreichend», sagte der Vorsitzende Richter, Christoph Schwiebacher, am Dienstag. Damit blieb das Gericht knapp unterhalb der Forderung der Staatsanwaltschaft. Das Urteil ist rechtskräftig.

Zum Auftakt des Prozesses hatten die drei angeklagten Landwirte zugegeben, auf ihrem Hof im Landkreis Oberallgäu Rinder in mehr als 100 Einzelfällen monatelang vernachlässigt und leiden gelassen zu haben. Durch ihre Verteidiger ließen sie erklären, sie seien nach einem Autounfall des Sohnes mit dem erst kurz zuvor von 180 auf fast 600 Rinder vergrößerten Milchviehbetrieb überfordert gewesen.

Das war passiert

Bei Kontrollen von Oktober 2019 bis März 2020 hatten Veterinäre dort abgemagerte und in Kot liegende Tiere, Rinder mit entzündeten Klauen und überfüllte Ställe gefunden. Für die drei Landwirte gilt inzwischen ein Tierhalteverbot, ihren Betrieb haben sie aufgegeben.

Im Zuge des Allgäuer Tierschutzskandals waren zwischen Juli 2019 und Januar 2020 mehrere Höfe wegen teils massiven Tierschutzverstößen in die Schlagzeilen geraten. Auslöser waren Videoaufnahmen, die aus einem Betrieb im Landkreis Unterallgäu stammen sollen. Der Prozess in diesem Fall am Landgericht Memmingen steht bislang noch aus.

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