Neu-Ulm: Elterntaxis gefährden Schulkinder

Zum Schuljahresbeginn ist die Neu-Ulmer Polizei jeden Morgen vor den Schulen präsent und achtet auf die Sicherheit der anreisenden Schulkinder. Die durch ihre Warnwesten gut erkennbaren Polizeibeamten hielten manche Eltern nicht von ihrem leichtfertigen Tun ab.




Zwei Polizisten positionieren sich am Dienstagmorgen eine halbe Stunde vor Unterrichtsbeginn vor der Mark-Twain-Schule im Norden des Neu-Ulmer Wiley. Gerade am Anfang des Schuljahres wollen die Polizisten für die Gefahren auf dem Schulweg sensibilisieren und suchen daher vor allem das Gespräch mit den Eltern.

Die vor drei Jahren neu erbaute Mark-Twain-Schule bietet für 400 Grundschüler nicht nur ideale Lernbedingungen, sondern auch das Umfeld ist so sicher wie möglich gestaltet. Direkt vor der Schule besteht ein beidseitiges Haltverbot, damit haltende oder parkende Autos den Kindern nicht die Sicht nehmen oder sie beim Anfahren gefährden. Seitlich der Schule sind Seitenstreifen eingerichtet, auf denen die notwendigen Autofahrten sicher durchgeführt werden können. Ganz so, wie es gedacht ist, funktioniert es aber wohl wegen Zeitdruck und aus Bequemlichkeit der Eltern nicht.

Bequemlichkeit gefährdet Fußgänger und Radfahrer

Anstatt parallel zur Fahrbahn auf den Seitenstreifen zu fahren, stellen sich manche Eltern einfach quer auf den Seitenstreifen und auf den danebenliegenden Gehweg, was Fußgänger zum Ausweichen zwingt. Selbst dann, wenn der Polizeibeamte deutlich sichtbar direkt daneben steht. Im Gespräch ist nicht jeder Autofahrer sofort einsichtig, dass er andere Schulkinder gefährdet, bloß weil er dem eigenen Kind einen bequemen Schulweg bieten will.

Ist der eine Seitenstreifen belegt, fahren andere Eltern einfach quer über die Fahrbahn zum gegenüberliegenden Seitenstreifen und bleiben dort entgegen der Fahrtrichtung stehen. Die schlechte Sicht beim Ausparken und die dadurch entstehende Gefahr für die vorbeifahrenden Radfahrer und Autofahrer wollte nicht jeder Falschparker einsehen.

Verkehrserziehung beginnt schon im Kindergartenalter

Verkehrssachbearbeiter Werner Lipp von der Polizeiinspektion Neu-Ulm führt auch die Verkehrsunfallstatistik und zählte dabei im vergangenen Jahr zehn verletzte Kinder auf dem Schulweg. Im ersten Halbjahr 2021 wurde nur ein Kind verletzt und diese niedrige Zahl möchte die Polizei auch gerne halten. Daher wurden auch die Radfahrer auf dem Gehweg angesprochen, dass sie dort nur bis zum zehnten Lebensjahr fahren dürfen.

Die Verkehrserziehung der Neu-Ulmer Polizei beginnt schon im Kindergartenalter und gemeinsam mit dem Eltern sollen die Kinder lernen, wie sie selbständig und sicher zur Schule und nach Hause kommen. Daher rät Lipp auch dazu, rechtzeitig loszulaufen, dass es gar nicht erst nötig wird, die Kinder unter Zeitdruck zur Schule zu fahren, um dann nicht einmal mehr Zeit für die Parkplatzsuche zu haben. Einen Tipp hat Verkehrsfachmann noch bereit, falls es doch notwendig ist, mit dem Auto an der Schule vorzufahren. Wenn die Kinder nach rechts zum Gehweg hin aussteigen, ist es für sie sicherer als nach links zur Fahrbahn hin. Selbst wenn der Kindersitz auf der Rückbank links befestigt ist, ist es bei jedem Auto möglich zum Aussteigen nach rechts durchzurutschen.

Die Polizei wird die Kontrollen zum sicheren Schulweg fortsetzen, nicht nur zum Schulbeginn, sondern ganzjährig.

Text/Foto: Thomas Heckmann

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