Neu-Ulm: Weniger Gewalt, mehr Diebstähle

Kriminalstatistik

Die Polizeiinspektion Neu-Ulm hat am Freitag die Kriminalstatistik für 2025 vorgestellt. Die Statistik zeigt trotz höherer Bevölkerungszahlen einen Rückgang der Gesamtkriminalität. Bestimmte Deliktbereiche bereiten jedoch Sorgen. Die Polizei will das Sicherheitsgefühl der Bürger stärken.

Die Kriminalität in Neu-Ulm und Senden ist auf dem niedrigsten Stand seit zehn Jahren. Dies gilt trotz eines deutlichen Bevölkerungszuwachses. Allein in Neu-Ulm stieg die Einwohnerzahl seit 2015 um 16.000 Menschen. Michael Keck, Leiter der Polizeiinspektion, nannte die Entwicklung erfreulich. Die Aufklärungsquote sei mit über 67 Prozent sehr zufriedenstellend. Besonders positiv ist der Trend bei der Gewaltkriminalität. Sie verzeichnete einen deutlichen Rückgang. „Besser wäre es, wenn wir noch weiter runterkommen“, kommentierte Keck die Zahlen. Auch in Senden sei das Niveau erfreulich niedrig. Die Körperverletzungsdelikte verteilen sich über das gesamte Stadtgebiet. Es gibt keine erkennbaren Schwerpunkte.

Anders sieht die Entwicklung bei der Eigentumskriminalität aus. Hier gab es einen Anstieg. Insbesondere die Zahl der Ladendiebstähle hat zugenommen. Auch Einbrüche in Wohnhäuser wurden häufiger registriert. Laut Keck handelt es sich dabei aber nicht um Serientäter. Die Taten seien oft atypisch und blieben häufig im Versuch stecken. Überraschend ist der starke Rückgang bei Fahrraddiebstählen um rund 18 Prozent. „Ich kann es mir nicht genau erklären“, sagte Keck dazu. Er vermutet: „Möglicherweise waren keine Serientäter unterwegs.“ Erfreulich ist zudem der Kampf gegen Betrugsmaschen. Der Schaden durch Callcenter-Betrug sank von 200.000 Euro auf 30.000 Euro.

Sicherheitsgefühl als zentrales Ziel

Ein zentrales Thema bleibt das subjektive Sicherheitsgefühl der Bevölkerung. Straftaten im öffentlichen Raum beeinträchtigen dieses Gefühl besonders stark. Ein Tötungsdelikt im April auf offener Straße bei einem Drogengeschäft wirkte sich hier spürbar aus. Orte mit hoher Personenfrequenz wie der Julius-Rohm-Platz sind laut Keck aber „unauffällig“. Intensive Kontrollen und eine enge Zusammenarbeit verschiedener Sicherheitsorgane zeigen hier Wirkung. Die Caponniere bleibt ein überregionaler Treffpunkt für Jugendliche. Die Zahl der Straftaten ist dort gering. Es kommt aber oft zu Ruhestörungen und Beschwerden. Keck sprach von einem „Kampf gegen Windmühlenflügel“. Die Polizei setzt auf Präsenz. „Wir müssen die Sicherheitswacht auf belebten Plätzen haben“, betonte er.

Auch in Senden ist die Sicherheitslage positiv. Stefanie Kraatz, Leiterin der dortigen Polizeistation, berichtete von Erfolgen. Die Gesamtkriminalität sank auf den niedrigsten Wert der letzten zehn Jahre. Die Straßenkriminalität erreichte sogar den tiefsten Stand seit fünf Jahren. Ein Grund dafür sind gezielte Kontrollen im Stadtpark und am Bahnhof. Die Jugendkriminalität ging deutlich zurück. Kraatz lobte die Zusammenarbeit mit der Stadt und der Bundespolizei. Ihre neu gebaute Dienststelle sei „sehr zentral und sichtbar“. Sie fügte hinzu: „Es macht Spaß, darin zu arbeiten.“ Für das kommende Jahr bleibt die Stärkung des Sicherheitsgefühls das wichtigste Ziel. Geplant ist eine noch höhere Präsenz an öffentlichen Wegen und Plätzen in der gesamten Region.

Die Einsatzbelastung der Polizei ist insgesamt gestiegen. Die Anbindung der Polizeistation Senden brachte mehr Zuständigkeiten. Zudem gab es zahlreiche Großveranstaltungen. Dazu zählten Sportevents und politische Versammlungen. Die Einsatzstunden nahmen hier deutlich zu. „Über mangelnde Arbeit können wir uns nicht beklagen“, fasste Keck die Situation zusammen. Ein weiteres Problemfeld ist die Rauschgiftkriminalität. Keck sprach von einer „Cannabis-Legalisierungsdelle“. Besonders besorgniserregend sei der „unheimliche Anstieg der Drogenfahrten im Verkehr“. Gewaltdelikte mit Messern fallen dagegen statistisch kaum ins Gewicht. Es handle sich um absolute Einzelfälle.

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