Prototyp im Testlauf: „Ulmer Nest“ rettet Obdachlose vor dem Erfrieren

Die Stadt Ulm hat zwei mobile Schlafkapseln aufgestellt, die wohnungslose Menschen vor dem Erfrierungstod schützen sollen. Die Resonanz auf die sogenannten Ulmer Nester wird in einer mehrmonatigen Probephase wissenschaftlich untersucht, wie Franziska Vogel von der Abteilung für Soziales am Freitag mitteilte. Es handelt sich um aufklappbare Holzkonstruktionen mit Liegefläche im Inneren. Sie richten sich an Menschen, die bestehende Angebote der Wohnungslosenhilfe wie beispielsweise Übernachtungsheime meiden.

Kritiker beanstandeten im Vorfeld die niedrige Höhe und den Mangel an Sanitäreinrichtungen – ebenso die Optik des Erstentwurfs, die an einen Sarg erinnere. Der Erstentwurf sei überarbeitet, viel massiver und in schönen Farben gestaltet worden, sagte Vogel. Wohnungslose selbst hätten das Projekt bei einer Vorstellung durchweg positiv aufgenommen. Die Stadt will mehrere Standorte testen, die weder inmitten des öffentlichen Geschehens noch völlig abgeschieden liegen. Ein «Ulmer Nest» wurde zum Projektstart am Alten Friedhof aufgestellt.

Die Schlafkapseln sind als Überlebensschutz für die Dauer einer Nacht angelegt. Vogel: «Grundsätzlich ist unser Ziel, dass obdachlose Menschen auch wieder in eigenem Wohnraum unterkommen.»

Meldung vom Morgen:

Heute sollen zwei Prototypen des Ulmer Nestes aufgestellt werden. Das ist ein Erfrierungsschutz, in den sich Obdachlose im Winter legen können, um sich vor der Kälte zu schützen. Das Nest ist mit Akku, GPS und Sensoren ausgestattet und lässt sich nur nachts öffnen. Das Ulmer Nest soll insgesamt an fünf Standorten in Ulm getestet werden.

Meldung vom 05.11.2019:

Das sogenannte „Ulmer Nest“ soll Obdachlose vor dem sicheren Tod durch Erfrieren retten. Diesen Winter geht es in den Praxistest.

Das Ulmer Nest bietet Platz für eine Person im Liegen und sieht aus, wie ein kleines Holzhäuschen mit Flügeltüre. Es ist gedacht für wohnungslose Menschen, die nicht im Übernachtungsheim schlafen wollen.

Das Nest in mit Akku, GPS und Sensoren ausgestattet und lässt sich nur nachts öffnen. Wenn ein Mensch darin übernachtet, wird er morgens von Streetworkern der Caritas geweckt. Dann wird das Nest gereinigt und bis zur Nacht wieder abgeschlossen.

Das Ulmer Nest wird diesen Winter mit zwei Prototypen an fünf Standorten in Ulm getestet. Der Gemeinderat hat das beschlossen. Kosten: 35 000 Euro.

Entwickelt von kreativen jungen Ulmer Unternehmen

Das Projekt ist im Sommer während des Kultur-Projekts „Wilhelmsbüro – Creative Space“ auf der Wilhemsburg entstanden. Entwickelt haben es dort die beiden jungen Ulmer Unternehmen Bootschaft, Büro für Gestaltung und die Widerstand und Söhne GmbH.

Die Stadt Ulm ist auch mit anderen Städten und Gemeinden im Ländle im Gespräch, die Interesse am Ulmer Nest bekundet haben.



Fotos: facebook.com/ulmernest

 

The post Prototyp im Testlauf: „Ulmer Nest“ rettet Obdachlose vor dem Erfrieren appeared first on DONAU 3 FM.

Das könnte Dich auch interessieren

04.03.2026 Konstanz: Wählerstimmen gegen Geld? Ermittlungen eingestellt Knapp einen Monat vor den Landtagswahlen in Baden-Württemberg kam es zu Vorwürfen einer Wahlbestechung an einem Berufsschulzentrum in Radolfzell. Nach Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Konstanz hat sich der Verdacht nicht erhärtet. Ursache für die Vorwürfe waren mutmaßliche Gespräche zwischen Schülerinnen und Schülern. Laut der Staatsanwaltschaft konnte weder herausgefunden werden, ob tatsächlich Wahlbestechung stattgefunden hat, noch wer 04.03.2026 Kempten: 23 Fahrzeuge mit Chemikalie besprüht - Schaden über 100.000 Euro Am Dienstagabend hat ein Unbekannter in Kempten Fahrzeuge mit einer Chemikalie besprüht. Durch das acetonhaltige Mittel wurde der Lack der insgesamt 23 Fahrzeuge großflächig angegriffen. Die Polizei schätzt den Schaden auf über 100.000 Euro. Allerdings ist momentan noch nicht geklärt, ob die Fahrzeuge neu lackiert werden müssen oder ob die Schäden herauspoliert werden können. Etwa 04.03.2026 Sahara-Staub in Baden-Württemberg Kommendes Wochenende gelangt Staub aus der Sahara bis nach Baden-Württemberg. Der Wetterdienst meldet jedoch nur eine geringe Konzentration an Staub. „Man wird jetzt nicht so einen richtig gelben Himmel haben“, sagte eine Meteorologin des Deutschen Wetterdiensts voraus. Auch nächste Woche wird eine kleine Menge an Staub in der Luft erwartet. Konsequenzen für Autofahrer Für Autofahrerinnen 04.03.2026 Ulm: Brand im Gefängnis - mit Fotogalerie In Ulm ist in der Werkstatt der Justizvollzugsanstalt ein Feuer ausgebrochen. Drei Menschen erlitten leichte Rauchgasvergiftungen, eine Person kam ins Krankenhaus. Die Feuerwehr konnte den Brand schnell löschen, die Polizei sicherte das Gelände. Die Ursache ist noch unklar, die Kriminalpolizei ermittelt. Der Betrieb in anderen Bereichen der JVA läuft normal weiter.