Regionale Unterschiede beim Corona-Bußgeld

Auch Ulm kommt in dieser Umfrage vor. Das Ergebnis ist überraschend.

Die Häufigkeit der Corona-Bußgeldverfahren unterscheidet sich in Baden-Württemberg deutlich von Stadt zu Stadt. Das ist das Ergebnis einer Umfrage des Innenministeriums unter mehreren großen Städten im Land, über die die «Bild» (Montag) berichtet. Die FDP im Landtag hatte sich nach den Zahlen erkundigt. Allein in der Landeshauptstadt wurden demnach von März bis Ende Juni 4666 Bußgeldbescheide erlassen, in Karlsruhe 1230 und in Ulm 745.

Pro Regierungsbezirk wurden laut Innenministerium ein Stadtkreis und vier weitere große Kreisstädte abgefragt. Der Umfrage zufolge gibt es bei der Zahl der Bußgeldbescheide aber auch im Verhältnis zur Einwohnerzahl deutliche Unterschiede. So wurden in Schwäbisch Hall mit rund 41 000 Einwohnern 29 Bußgeldbescheide erlassen. In Tuttlingen, wo weniger Menschen leben, waren es 590 Bescheide.

Die Landesregierung habe versäumt, Vorkehrungen für eine landesweit einheitliche Praxis bei der Verhängung von Bußgeldern zu treffen, kritisierte FDP-Fraktionschef Hans-Ulrich Rülke. Auch die Höhe der Bußgelder schwanke stark: In Mannheim liege das durchschnittliche Bußgeld bei etwa 200 Euro, in Friedrichshafen dagegen bei unter 60 Euro, sagte Rülke. Die Landesregierung müsse die zuständigen Behörden anweisen, einheitlicher und mit mehr Augenmaß zu agieren. «Es ist unverhältnismäßig, wenn kleinste Erstverstöße gegen das Abstandsgebot mit horrenden Bußgeldern von 500 Euro und mehr geahndet wurden.»

Ein Sprecher des Innenministeriums entgegnete, dass die Landesregierung mit dem Bußgeldkatalog einen klaren Rahmen vorgegeben habe. Innerhalb dieses Spielraums legten die Ordnungsämter die Höhe des Bußgeldes fest und beurteilten dabei das einzelne Vergehen. «Gleichmacherei ist da fehl am Platz. Es geht um Ermessen und Verhältnismäßigkeit – und beides wird vor Ort ausgeübt.»

Das könnte Dich auch interessieren

03.11.2025 Ulm: Polizei stoppt sieben Raser im Westringtunnel Zwischen Mitternacht und 1 Uhr führte die Ulmer Polizei Geschwindigkeits-Kontrollen durch. Sie überwachte den Verkehr im Westringtunnel in Fahrtrichtung Neu-Ulm. Bei erlaubten 50 km/h waren sieben Fahrende zu schnell. Spitzenreiter war eine BMW-Fahrerin mit 43 km/h darüber. Auf die 20-jährige kommen laut Polizei nun 400 Euro Bußgeld, zwei Punkte in Flensburg und ein einmonatiges Fahrverbot zu. 01.09.2025 Ulm: Lärmender Auto-Poser fällt gleich mehrfach negativ auf Mehrere Raser erwartet nun einen Anzeige. Der schnellste war innerorts auf der Ludwig-Erhard-Brücke mit 94 km/h unterwegs. Ein Fahrer zeigte sich gegenüber den Beamten völlig uneinsichtig.  Er erhielt einen Platzverweis, nachdem er durch sein Fahrverhalten unnötigen Lärm verursacht hatte. Eine Stunde später fiel er in der Stadt erneut durch lärmendes Verhalten auf. Da er sich 12.06.2025 Ulm bekommt gelbe Karte im Hitze-Check Beton und Asphalt, zu wenig Schatten, die Luft steht: Millionen Menschen sind aus Sicht der Deutschen Umwelthilfe (DUH) der extremen Sommerhitze in baden-württembergischen Großstädten ausgesetzt. Insgesamt erhalten hier elf Städten mit über 50.000 Einwohner die Rote Karte. Ulm im Mittelfeld Ulm kommt mit der gelben Karte noch etwas besser weg, für die grüne Version hat 12.05.2025 Oberer Eselsberg: Auto übersieht Straßenbahn in Ulm Ein 36-jähriger Audifahrer hat am Samstagnachmittag auf dem Mähringer Weg Richtung Uni beim Abbiegen eine aus der Stadt kommende Straßenbahn übersehen. Beim Zusammenstoß wurden der Autofahrer und seine gleichaltrige Beifahrerin verletzt. Sie kamen in eine Klinik. Die Insassen der Straßenbahn blieben unverletzt. Hoher Sachschaden Der Audi des Mannes musste durch einen Abschleppdienst geborgen werden, die