Vor dem geplanten Umbau des Ulmer Donaustadions müssen mehrere verdächtige Stellen auf mögliche Weltkriegsbomben und Kampfmittel untersucht werden. Grundlage dafür sind historische Luftbilder aus dem Zweiten Weltkrieg. Dabei wurden alte Bombardierungsaufnahmen mit heutigen Daten verglichen. So konnten mögliche Verdachtsstellen erkannt werden.
Diese Bereiche wurden anschließend technisch durch sogenannte Oberflächensondierungen überprüft. Nach Angaben der Stadt Ulm gibt es derzeit rund 15 Verdachtsfälle. Die genaue Zahl kann sich bei den weiteren Untersuchungen aber noch ändern.
Ab Montag, 15. Juni, beginnen die Vorarbeiten. Dann werden die genauen Standorte eingemessen und die Oberflächen entfernt. Ab Mittwoch, 17. Juni, werden die Stellen weiter in die Tiefe freigelegt. Parallel dazu laufen weitere Sondierungen. Das Donaustadion ist ab Beginn der Arbeiten gesperrt. Spätestens am Freitag, 19. Juni, soll klar sein, was bei den Untersuchungen gefunden wurde. Durchgeführt werden die Arbeiten von Experten des Kampfmittelbeseitigungsdienstes Baden-Württemberg zusammen mit einer spezialisierten Fachfirma.
Ob es zu einer Evakuierung kommt, hängt davon ab, ob tatsächlich Kampfmittel gefunden werden und um welche Art es sich handelt. Nicht jede Entschärfung eines Blindgängers macht eine Evakuierung notwendig. Sollte eine Evakuierung nötig werden, wären nach Angaben der Stadt unter anderem die JVA und das Bethesda-Seniorenzentrum betroffen. Die Stadt steht mit den Einrichtungen bereits im Austausch. Für diesen Fall soll an der Ulmer Messe eine Notunterkunft eingerichtet werden.
Für eine mögliche geplante Entschärfung ist Sonntag, 21. Juni, vorgesehen. Manche Kampfmittel müssten allerdings sofort nach dem Fund entschärft werden.
Die Stadt Ulm betont: Aktuell besteht keine Gefahr für die Bevölkerung. Auf den Zeitplan für den Umbau des Donaustadions haben die Untersuchungen laut Stadt übrigens keine Auswirkungen. Die Maßnahme sei bereits zeitlich eingeplant.