Schwüre. Das ist das neue Motto der Theater-Spielzeit 2026/27 in Ulm. Das sei nicht nur auf den Schwörmontag zurückzuführen, sondern auch auf ein neues, eingeschworenes Team am Theater Ulm, sagt Greta Calinescu bei der Vorstellung im Foyer des Theaters. Sie ist die designierte Intendantin und Nachfolgerin von Kay Metzger, der sich nach acht Jahren in Ulm in den Ruhestand verabschiedet.
Mit Calinescu kommt frischer Wind nach Ulm (zurück). Denn die 37-Jährige hat ihre Kindheit im Blausteiner Stadtteil Herrlingen verbracht, kennt einige Produktionen ihrer Ur-ur-ur-Intendanten. „Räuber Hotzenplatz, The Christmas Carol, also ich hab‘ hier viel geguckt. Es ehrt mich, dass ich hier in Ulm als Intendantin starten darf.“ Für sie ist es die erste Station als Theaterleitung nach der geschäftsführenden Produktionsleitung in Nürnberg. Dazu bringt sie Unterstützung mit, die Augsburgerin Petra Schiller wird ihre Stellvertreterin.
Zwei junge Frauen an der Spitze eines Mehrspartenhauses, das ist in der Theaterbranche durchaus ungewöhnlich. „Eine mutige Wahl.“ So hatte die Presse die Ernennung Calinescus zur Intendantin betitelt. „Wenn man sich überlegt, was das Gegenteil von Mut ist, dann ist das ja nichts Schlechtes“, kontert Calinescu selbst. Das schwäbische Publikum will sie mit Identifikation und einem ausgewogenen Spielplan überzeugen. Ulm taucht im Spielplan häufiger auf, seien es Kooperationen mit der Universität (Achtung, Spinnen-VR-Brillen-Action) und Florian Zimmer oder dem Stück „Stehaufmädchen“ über die Ulmer Boxweltmeisterin Rola El-Halabi.
Unterstützung bekommt sie von einem in Ulm etablierten Team. Das bekannte Gesicht Benjamin Künzels taucht ab September in einer Doppelrolle als Operndirektor und Chefdramaturg Musiktheater auf. Tanztheaterdirektorin Annett Göhre, Generalmusikdirektor Felix Bender und die Leiterin des Jungen Theaters Charlotte Van Kerckhoven bleiben in ihren Rollen der neuen Leiterin erhalten.
Das Musiktheater startet mit einem Zeichen gegen Antisemitismus am 3. Oktober 2026 in die neue Spielzeit. „La Juive (Die Jüdin) soll das Publikum direkt begeistern. Ein Highlight wird dann auch im Sommer 2027 wieder das Open-Air Musical in der Wilhelmsburg, diesmal etwas gruselig mit „Jekyll & Hyde“. Im Tanztheater steht neben der Premiere „Kipppunkte“ und einer Zusammenarbeit im ROXY mit regionalen Choreografen das große „Schwanensee“ im Mittelpunkt. Das weltbekannte Ballett läuft in Ulm am 15. April 2027 an. Im Schauspiel fasziniert mit Sicherheit die VR-Brillen-Kooperation mit der Universität Ulm beim Stück „Spaceman“. Wer möchte, kann ab dem 18. September 2026 wohl eine Weltraum-Spinne während der Vorstellung visuell mit einbeziehen. Und in der Philharmonie steht alles unter dem Motto „Mythen“.
Eine wichtige Nachricht gibt es zum Schluss noch. Damit Greta Calinescu nicht gegen höhere Eintrittspreise antreten muss, bleiben die Ticketpreise für die Spielzeit 26/27 unverändert. Eine Gesamt-Übersicht zur Spielzeit findet ihr auf der Webseite des Theaters Ulm.