Am Ehinger Tor in Ulm beginnen die Bauarbeiten. Die zentrale Haltestelle wird komplett modernisiert. Das Projekt ist eine Gemeinschaftsaufgabe. Partner sind die SWU Verkehr, UlmNetze und die Fernwärme Ulm. Auch die EBU und Telekommunikationsfirmen sind beteiligt. Der Umbau startet Ende Juli 2026 und dauert bis 2028. Ziel ist eine barrierefreie, moderne und ökologische Anlage. Die Arbeiten finden in mehreren Abschnitten statt. So bleibt der Betrieb weitgehend erhalten.
Das markante Haltestellendach wird abgerissen. Dies ist für die neuen, längeren Straßenbahnen notwendig. Moritz Walter ist Projektleiter bei der SWU Verkehr. Er erklärt die Gründe für den Abriss. „Wir mussten das Gleis entsprechend verschwenken. Dabei hatten wir Kollisionen mit den bisherigen Stützen.“ Die neuen Bahnsteige werden länger. Teile davon wären nicht überdacht gewesen. Künftig gibt es mehrere kleinere Dächer. Diese überdecken zwei Drittel der Steigfläche. Die Haltestelle wird zudem deutlich grüner. „Wir werden auf jeden Fall einige Bäume hier pflanzen“, sagt Walter. Geplant sind rund 30 neue Bäume. Die gesamte Fläche soll offener und heller wirken.
Die Bauarbeiten bringen Einschränkungen mit sich. Während der Sommerferien gibt es einen Schienenersatzverkehr. Die Straßenbahnen fahren in dieser Zeit nicht. Busse übernehmen den Transport. Für den Autoverkehr soll es kaum zusätzliche Störungen geben. Moritz Walter versichert: „Wir werden dauerhaft zwei Fahrstreifen für den Individualverkehr aufrechterhalten.“ Eine extra Busspur soll den Ersatzverkehr beschleunigen. Die Haltestellensteige werden schrittweise umgebaut. Steig E soll im Frühjahr 2027 fertig sein. Die Steige A und B folgen im Sommer 2027. Bis Ende 2028 soll der gesamte Platz neu gestaltet sein.
Unter der Erde passiert ebenfalls sehr viel. Die Baumaßnahme bündelt viele verschiedene Projekte. Patrick Ruf von der Fernwärme Ulm koordiniert wichtige Arbeiten. Es entstehen neue Leitungen für Fernwärme, Gas und Wasser. Eine Hauptwasserleitung mit einem halben Meter Durchmesser aus dem Jahr 1960 wird erneuert. Peter Bader von den Stadtwerken betont die Wichtigkeit. „Die technische Lebensgrenze ist erreicht.“ Die neue Leitung sichert die Versorgung für die nächsten 60 Jahre. Auch die Stromversorgung wird massiv ausgebaut. Armdicke Kabel sollen den Bedarf für Ladeinfrastruktur und Wärmepumpen in der Innenstadt decken.
Die Kosten für den Umbau der Haltestelle betragen 12 Millionen Euro. Das Gesamtprojekt inklusive der Neuen Straße kostet 16 Millionen Euro. Paul Schiele, Leiter Infrastruktur bei der SWU Verkehr, hofft auf hohe Förderungen. Er rechnet mit einer 80-prozentigen Förderung aus dem Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz. Diese Gelder sind für den Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs bestimmt.
Täglich nutzen rund 35.000 Fahrgäste das Ehinger Tor. Sie alle sollen von der neuen Haltestelle profitieren. Der Umbau ist ein wichtiger Schritt für die Zukunft des Nahverkehrs. Er schafft eine moderne, barrierefreie und leistungsfähige Verkehrsdrehscheibe. Die neue Anlage wird den steigenden Fahrgastzahlen gerecht. Gleichzeitig verbessert sie das Stadtbild an einem zentralen Ort. Die Baumaßnahme ist eng mit anderen Projekten abgestimmt. Dazu gehören die Landesgartenschau und der Umbau der Neuen Straße.