Ulmer Forschung hilft jungen Geflüchteten bei psychischen Belastungen

Integration

Ein Forschungsprojekt mit Beteiligung der Uniklinik Ulm und der Günzburger Psychiatrie zeigt: Unbegleitete junge Geflüchtete können psychisch wirksam unterstützt werden. Das kann auch ihre Integration erleichtern. Entscheidend sind frühe Hilfe, Gruppenangebote und gezielte Therapie.

Viele junge Geflüchtete kommen ohne ihre Familie nach Deutschland. Oft haben sie Krieg, Gewalt oder Verfolgung erlebt. Das kann schwere psychische Folgen haben – zum Beispiel Ängste, depressive Symptome oder posttraumatische Belastungen. Ein neuer Versorgungsansatz kann hier helfen. Das zeigt die Studie zum Projekt BetterCare, an dem auch die Uniklinik Ulm und die Günzburger Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie II beteiligt waren. Koordiniert wurde das Projekt von der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt.

Für die Studie wurden 627 unbegleitete junge Geflüchtete aus Jugendhilfeeinrichtungen in mehreren Bundesländern begleitet. Die Jugendlichen bekamen je nach Belastung unterschiedliche Hilfe: Dazu gehörten frühe Diagnostik, Gruppenangebote direkt in den Einrichtungen und bei stärkeren Symptomen gezielte Psychotherapie.

Hilfe für Psyche und Integration

Die Forschenden gehen davon aus, dass psychische Stabilität eine wichtige Grundlage ist, damit junge Menschen in Deutschland besser ankommen können. Wer belastende Erlebnisse verarbeitet, kann sich eher auf Schule, Alltag, Sprache und soziale Kontakte konzentrieren. Ein wichtiger Teil des Projekts war das Gruppenprogramm „Mein Weg“. Es wurde unter anderem an der Uniklinik Ulm entwickelt. Die Treffen fanden nicht in einer Klinik oder Praxis statt, sondern direkt in den Wohneinrichtungen der Jugendlichen. Dadurch sollte die Hilfe leichter zugänglich sein.

Nach zwölf Monaten zeigte sich: Bei den Jugendlichen im BetterCare-Ansatz gingen posttraumatische Belastungen, depressive Symptome und Ängste stärker zurück als bei Jugendlichen in der üblichen Regelversorgung.

Die Ergebnisse wurden im Fachjournal „The Lancet Global Health“ veröffentlicht. Die Forschenden sehen darin einen Hinweis, dass solche Angebote dauerhaft in der Versorgung junger Geflüchteter verankert werden sollten.

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