Nach Putzabsturz: Ulmer Münster startet siebenjährige Restaurierung

Spenden weiterhin möglich

Das Ulmer Münster bekommt sieben Jahre lang ein riesiges Gerüst – nach einem Putzabsturz startet 2026 die Restaurierung der Decke und des Weltgerichts-Freskos. Gottesdienste bleiben weiter möglich, Besucher können einen Teil des Münsters auch weiter besichtigen. Und der Aufwand lohnt sich, denn es geht schließlich um eins der bedeutendsten Kulturdenkmale der Welt.

Das Ulmer Münster bekommt in den kommenden Jahren eine umfassende Schönheitskur. Grund dafür ist ein Putzabsturz im März 2023, bei dem ein Stück von der Decke im Mittelschiff fiel. Jetzt gehen die Restaurierungsarbeiten endlich los.

Ab Januar 2026 wird ein riesiges 42 Meter hohes Gerüst mit über 110 Tonnen Gewicht aufgebaut, das für die nächsten sieben Jahre das Bild im Innenraum prägen wird. Es dient nicht nur der Reparatur der Putzschäden, sondern auch der Sanierung des 145 Quadratmeter großen Weltgerichts-Freskos von Hans Schüchlin an der Chorwand - eines der größten Werke seiner Art nördlich der Alpen - und über 550 Jahre alt!

Münster muss nicht vollständig gesperrt werden

Entgegen früherer Befürchtungen muss das Münster nicht vollständig gesperrt werden. Etwa die Hälfte des Innenraums bleibt zugänglich, während Gottesdienste in der Turmhalle stattfinden. Ein Sicherheitsnetz sorgt zudem dafür, dass der abgesperrte Bereich später wieder genutzt werden kann. Münster-Dekan Thorsten Krannich betont im DONAU 3 FM Interview: „Es wird Baustellenlärm geben, aber Besucher können immerhin bis zur Höhe der Kanzel gehen.“

Die Kosten für die Restaurierung sind noch unklar, da das Ausmaß der Schäden erst vor Ort genau festgestellt werden kann. Schätzungen liegen zwischen 100.000 und einer Million Euro. Die Julius-Rohm-Stiftung übernimmt die Finanzierung und unterstützt damit bereits zum wiederholten Mal wichtige Restaurierungen im Münster. Eine genauere Einschätzung der Schäden am Weltgerichts-Fresko wird voraussichtlich Ende 2026 oder Anfang 2027 möglich sein. Das 42 Meter hohe Gerüst wird vom Schalen- und Gerüstbauer Peri aus Weißenhorn gestellt, der dafür die Kosten übernimmt.

Das Gerüst wird nicht nur die Decke und das Fresko reparieren, sondern auch weitere Schäden an Wänden, Fenstern und Decken prüfen. Um den Baustellencharakter etwas abzumildern, soll es mit einer textilen Bespannung versehen werden, die auch als Projektionsfläche für Kunstinstallationen genutzt werden kann.

Ziel der kommenden Vorarbeiten, dass das Münster bis Ostern 2026 wieder normal zugänglich sein wird. Danach beginnen die eigentlichen Restaurierungsarbeiten.

Spenden weiterhin möglich

Auch wenn die Julius-Rohm-Stiftung Ulm/Neu-Ulm und der Schalen- und Gerüstbauer Peri aus Weißenhorn kräftig helfen, sind Spenden jederzeit willkommen. Der Münsterbauverein Ulm nutzt dafür eine Online-Plattform zum Spenden

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