Der Juni war in der Region ein Monat der Extreme: Nach einer kühlen und nassen ersten Monatshälfte folgte eine außergewöhnliche Hitzewelle. Laut dem lokalen Wetterexperten Roland Roth von der Wetterwarte Süd war es der zweitwärmste Juni seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1968. Nur der „Jahrhundertsommer“ 2003 lag noch darüber.
An der Wetterzentrale in Bad Schussenried wurde am 27. Juni der Spitzenwert des Monats gemessen: 38,7 Grad. Damit wurde dort sogar der bisherige Höchstwert von 38,2 Grad aus dem Juli 1983 übertroffen. Im ganzen Messgebiet der Wetterwarte Süd mit 154 Stationen gab es laut Roth neue Junirekorde, teils sogar die höchsten jemals dort gemessenen Werte.
Vor der großen Hitze sah es noch ganz anders aus: Die Schafskälte brachte in der ersten Monatshälfte feucht-kühle Luft. Der tiefste Wert an der Wetterzentrale lag am 10. und 11. Juni bei 7,8 Grad. Danach drehte das Wetter komplett: Am Ende standen 13 Tage mit mehr als 30 Grad und vielerorts vier bis sechs Tage mit 35 Grad oder mehr. Dazu kamen tropische Nächte, in denen die Temperatur nicht unter 20 Grad gefallen ist.
Im Schnitt lag die Monatstemperatur in Bad Schussenried bei 20,9 Grad. Dazu kamen 296,3 Sonnenstunden und 55,8 Millimeter Regen. Besonders auffällig war laut Wetterwarte Süd auch die Trockenheit: Der Wasserstand des Bodensees fiel unter die tiefsten jemals im Juni erfassten Pegelstände – obwohl er zu dieser Jahreszeit eigentlich Richtung Höchststand gehen müsste.
Die Hitze und die seit Monaten anhaltende Trockenheit waren in der Region deutlich zu spüren. Laut Wetterwarte Süd kamen Straßen- und Bahnverkehr an ihre Grenzen, Veranstaltungen mussten abgesagt werden und es wurden Wasserentnahmeverbote aus Flüssen, Bächen und Seen verhängt. Dazu kamen hohe UV- und Ozonwerte sowie eine erhöhte Waldbrandgefahr.
Wie der Sommer weitergeht, bleibt offen. Roth verweist zwar auf den Siebenschläfertag am 27. Juni („Wie das Wetter am Siebenschläfertag, so bleibt es sieben Wochen lang“), betont aber auch: Entscheidend ist nicht nur ein einzelner Tag, sondern die Wetterentwicklung danach. Klar ist nur: Nach diesem Extrem-Juni wären kühlere und regenreiche Phasen für die Region dringend willkommen.