Die Wirtschaft im Landkreis Günzburg kämpft sich langsam aus dem Tief. Der regionale Konjunkturindex der Industrie- und Handelskammer (IHK) Schwaben ist im Herbst 2026 um fünf Punkte auf 92 Punkte gestiegen. Damit hat sich die Stimmung gegenüber dem Frühjahr zwar leicht verbessert, liegt aber weiterhin unter der Wachstumsschwelle von 100 Punkten.
Für die Umfrage wurden im September insgesamt 777 Unternehmen aus Bayerisch-Schwaben zu ihrer wirtschaftlichen Lage und ihren Erwartungen befragt.
Im Landkreis Günzburg bewerten derzeit nur 19 Prozent der befragten Unternehmen ihre Geschäftslage als gut. Knapp die Hälfte bezeichnet sie als befriedigend, 32 Prozent als schlecht.
Auch der Blick in die Zukunft fällt vorsichtig aus: 17 Prozent der Betriebe rechnen in den kommenden Monaten mit besseren Geschäften, 19 Prozent erwarten eine Verschlechterung. Im Vergleich dazu liegt der Konjunkturindex in ganz Bayerisch-Schwaben bei 105 Punkten. Die regionale Wirtschaft in Günzburg bleibt damit deutlich hinter dem schwabenweiten Wert zurück.
Zu den größten wirtschaftlichen Risiken zählen laut der schwabenweiten Umfrage die politischen Rahmenbedingungen, hohe Energie- und Rohstoffpreise sowie eine schwache Nachfrage im Inland. Auch steigende Arbeitskosten machen vielen Unternehmen zu schaffen. Gleichzeitig halten sich zahlreiche Betriebe mit Investitionen zurück und planen vorsichtig beim Personal.
IHK-Regionalgeschäftsführer Oliver Stipar warnt deshalb davor, die leichte Verbesserung überzubewerten. Für einen dauerhaften Aufschwung müssten die Unternehmen wieder mehr investieren und bessere Beschäftigungsperspektiven entwickeln.
Hermann Hutter, Vorsitzender der IHK-Regionalversammlung Günzburg, sieht in den Ergebnissen zwar ein positives Signal, fordert aber weitere Reformen. Aus Sicht der IHK braucht die Wirtschaft vor allem weniger Bürokratie, niedrigere Kosten und verlässliche politische Rahmenbedingungen. Nur so könnten Unternehmen wieder mehr investieren und zusätzliche Arbeitsplätze schaffen.
Die leichte Stimmungsaufhellung ist damit ein erster Hoffnungsschimmer. Ob daraus ein nachhaltiger wirtschaftlicher Aufschwung entsteht, bleibt allerdings offen.