Wohnungslose machen Urlaub am Bodensee

Auszeit

Warum 34 wohnungslose Menschen vier Tage Urlaub am Bodensee machen konnten und wie es dazu kam erfahrt ihr hier

Freizeitangebote wie Urlaube ermöglichen Teilhabe - Teilhabe an unserer Gesellschaft. Zudem unterstützen sie den Abbau von Vorurteilen gegenüber wohnungslosen Menschen.

Im Rahmen des Teilhabeangebots "Auszeit" verbrachten insgesamt 34 wohnungslose Menschen vier Tage im Gästehaus St. Theresia in Eriskirch am Bodensee. Dort nahmen sie beispielsweise an Ausflügen, handwerklichen Angeboten oder spirituellen Impulsen teil, um Abstand vom Alltag zu gewinnen. 

Für Katrin Vrkaš , Leiterin der Wohnungslosenhilfe Caritas Ulm-Alb-Donau, ist die Auszeit eine Gelegenheit, damit „unsere Klientinnen und Klienten wie andere Menschen auch am gesellschaftlichen und kulturellen Leben teilhaben können“

Die Auszeit ist ein Angebot der Caritas Rottenburg-Stuttgart und wird vom Ministerium für Soziales, Gesundheit und Integration aus Landesmitteln unterstützt, die der baden-württembergische Landtag beschlossen hat. Dies soll Menschen mit Armutserfahrung stärken und ihre Teilhabe an der  Gesellschaft fördern.

 

„Ich habe diese entspannte Zeit sehr genossen und mich gefreut, so viele neue Leute kennenzulernen“, berichtet ein Teilnehmer.

Wie die anderen Teilnehmenden, konnte er mit den anderen Urlaubern ins Gespräch kommen. Gerade eine solche Möglichkeit für zwanglose Unterhaltungen will die Auszeit fördern, damit Vorurteile gegenüber wohnungslosen Menschen überdacht werden.

Viele Menschen haben ein ganz konkretes Bild von einem Wohnungslosen und denken an den ungepflegten Mann mit Bart und langen Haaren“, so Vrkaš, Leiterin der Wohnungslosenhilfe. „Doch die Gruppe der wohnungslosen Menschen ist sehr vielfältig: Männer, Frauen, junge und alte, manche haben eine psychische, andere eine Suchterkrankung. Manche sind - langzeitarbeitslos -,arbeiten als Ein-Euro-Jobber oder sind erwerbstätig.

Vrkaš hält es für sehr förderlich, die Menschen in ihrer individuellen Situation zu sehen, damit auch der Außenwelt klar wird: Viele der Menschen sind ohne Eigenverschulden in die Wohnungslosigkeit gerutscht.

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