In der Region gibt es aktuell Hinweise auf Zerkarien in Badeseen. Im Landkreis Neu-Ulm wurden dem Gesundheitsamt mehrere Fälle gemeldet: betroffen sind der Pfuhler See, der Ludwigsfelder See und der Schützensee in Elchingen. Im Landkreis Günzburg gibt es eine Meldung nach dem Baden im Heiligmann See bei Jettingen-Scheppach.
Ein Badeverbot wird in beiden Landkreisen nicht ausgesprochen. Laut den Gesundheitsämtern besteht keine Gesundheitsgefährdung für Menschen. Trotzdem können Zerkarien unangenehme Hautreaktionen auslösen – etwa Juckreiz, rote Flecken oder Ausschlag. Wer nach dem Baden solche Symptome bemerkt, sollte einen Arzt aufsuchen.
Zerkarien sind mikroskopisch kleine Larven von Saugwürmern. Sie kommen vor allem in warmen, natürlichen Gewässern vor. Eigentlich befallen sie Wasservögel wie Enten, Gänse oder Schwäne. Der Mensch ist für die Larven ein Fehlwirt. Wenn Zerkarien in die Haut eindringen, können sie dort eine sogenannte Badedermatitis auslösen – also eine juckende Hautreaktion nach dem Baden. Das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit nennt diese Reaktion auch Zerkarien-Dermatitis oder Badedermatitis.
Begünstigt wird das Auftreten durch warmes Wetter, viele Wasservögel und Süßwasserschnecken. Wegen der anhaltend warmen Witterung kann es laut den Landratsämtern auch an weiteren Seen in der Region zu Zerkarien kommen.
Badegäste können das Risiko senken, indem sie längere Aufenthalte im Flachwasser vermeiden, vor allem mit Kindern. Auch Bereiche mit vielen Wasserpflanzen sollten gemieden werden. Nach dem Schwimmen hilft es, die Badekleidung zu wechseln und den Körper mit einem Handtuch gut abzureiben. Außerdem raten die Gesundheitsämter, nicht früh am Morgen baden zu gehen, weil dann besonders viele Zerkarien im Wasser unterwegs sein können.